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Vergesellschaftung

Eine systematische und sanfte Schritt-für-Schritt-Anleitung
zur Zusammenführung & Vergesellschaftung von Katzen

… eine Möglichkeit von vielen

Wenn Sie sich entschieden haben, ihrer Katze das große Geschenk eines passenden Artgenossen zu machen, dann freue ich mich sehr, Ihnen hier einige Anleitungen und Tipps an die Hand zu geben, damit die Vergesellschaftung oder Wieder-Zusammenführung nach einem Trauma so sanft und erfolgreich wie möglich für alle Beteiligten wird.
Ich bevorzuge den Begriff “Vergesellschaftung”, denn das klingt in diesem Zusammenhang mehr nach meinem Ziel und Wunsch für die Katzen. Und ich hoffe, dass Sie mit dieser Hilfestellung nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen werden.

SO BITTE NICHT:
Leider gibt es noch immer die verbreitete Meinung, dass man einfach den neuen Artgenossen aus der Transportbox lässt. Einige lassen sogar die verschlossene Transportbox im Wohnzimmer stehen, damit die alteingesessene Katze vorher an der Box riechen kann. Und dann lässt man sie einfach zusammen, damit “sie es unter sich ausmachen.” Auf diese Art und Weise wurde der alteingesessenen Katze ohne Vorspiel ein stinkender Eindringling vor die Nase gesetzt und die neue Katze in die Enge getrieben, so dass sie zusätzlich zum gesamten Anreisestress nur zwischen Flucht- oder Kampfmodus wählen kann. Und zu guter Letzt wird die neue Katze in ein unbekanntes Terrain gesetzt, wo der unbekannte Feind bereits zum Kampf wartet. Für mich ist solch eine “Zusammenführung” mit einem Gladiatorenkampf im alten Rom vergleichbar.

Katzenvergesllschaftung

Es mag vielleicht Fälle geben, in denen es funktioniert hat, doch ich kann Ihnen versichern, dass es vor allem bei adulten Tieren weitaus mehr Fälle gibt, bei denen diese “Methode” nicht funktioniert hat. Das liegt daran, dass Katzen plötzliche Veränderungen grundsätzlich nicht gut verkraften und sehr umgebungs- und gewohnheitsabhängige Tiere sind.
Setzt man ein Kitten/Jungtier zu einer erwachsenen Katze, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich das Kitten in der ersten Zeit einige Ohrfeigen abholt und dann nach einer gewissen Zeit der Gewöhnung eine innige Beziehung entstehen kann.
Allerdings ist auch in einem solchen Falle der Ausgang von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Geschlecht und nicht zuletzt von den Persönlichkeiten der beteiligten Tiere abhängig. UND für die alteingesessene Katze ist ein Kitten oft auch nicht der richtige Partner, da junge und alte Tiere andere Bedürfnisse und unterschiedliche Energien haben können, denn Pubertät und Flegeljahre stehen ja auch noch bevor.

Katzenverhaltensberatung

DAS WESEN DER KATZE:
Katzen sind sehr sensible und empfindsame Tiere, die in der Natur sowohl die Rolle des Jägers aber auch die der Beute einnehmen (müssen).
Daher ist es auch Teil ihres Wesen, immer wieder sehr aufmerksam Situationen neu einzuschätzen, um jeweils die richtige Überlebensstrategie auszuwählen. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie sich die Sensitivität einer Katze ähnlich der von hochsensiblen Menschen vorstellen. Sie nehmen mit ihren Sinnen alles viel stärker wahr und verarbeiten die Reize tiefer und vielschichtiger. Es ist also nicht verwunderlich, dass Katzen Sicherheit aus einer gleichbleibenden Lebensumgebung und Routinen ziehen.

Um also Katzen den bestmöglichen Start miteinander zu geben, ist es wichtig, ihnen die Zeit und den Raum zu geben, die sie individuell brauchen, um sich an die Veränderung zu gewöhnen. Egal wie positiv diese aus unserer Perspektive ist – für die Katze ist jede Abweichung vom Gewohnten zunächst beängstigend. Je nach Rolle, Persönlichkeit und den gegebenen Umständen (d. h. auch reelle Möglichkeiten zur Flucht) werden die Katzen mit Flucht oder Kampf (re-) agieren, wenn sie ohne entsprechende Vorbereitung aufeinandertreffen.

Katzenpsychologie in Berlin

VORBEREITUNG:
1. Dass beide Tiere gesund sind und das neue Tier vor der Vergesellschaftung von einem guten Tierarzt gründlich untersucht wurde, versteht sich hoffentlich von selbst. Denn wir wollen die Zusammenführung unter gleichen und besten Voraussetzungen für beide Tiere durchführen und zudem nicht einen Ausbruch und anschließende Übertragung von Krankheiten riskieren.

2. Da wir uns bei der Zusammenführung der Fütterung als Werkzeug bedienen, sollte die Katze Futter nicht zur freien Verfügung haben, sondern an feste Mahlzeiten gewöhnt sein bzw. werden.

3. Für den Neuzugang wird ein separates Zimmer “voll eingerichtet”, wo alle Bedürfnisse befriedigt werden und sich die neue Katze langsam an Sie und ihr neues Zuhause gewöhnen kann. Ein mindestens mittelgroßer Kratzbaum gehören genauso dazu, wie eine große Toilette, mehrere Schlafplätze (offen, Höhle, erhöht und auf dem Boden), verschiedene Spielzeugarten, ein Trinkplatz und ein Fressplatz. Richten Sie das Zimmer so ein, als wäre es eine 1-Raum-Wohnung, wo alle Bedürfnisse mit Herz und Verstand bedacht werden, da dies für eine längere Zeit das Zuhause der neuen Katze sein wird.
Achten Sie bei der Einrichtung darauf, dass für Fress-, Trink- und Schlafplatz ein “Sicherheitsabstand” von mind. 1-2 m zur Tür eingehalten wird, am besten sogar am anderen Ende des Zimmers. Ein Kratzbaum am Fenster gibt der neuen Katze auch eine wunderbare unterhaltende und ablenkende Rückzugsmöglichkeit, sofern draußen nicht beängstigenden Dinge passieren, wie nah vor dem Fenster vorbeilaufende Hunde und Katzen. Die neue Katze soll zunächst die Möglichkeit haben, in einem respektvollen Abstand erstmal anzukommen.

Einige Tage vor dem großen Tag einen Feliway-Stecker in dem Katzenzimmer als auch im Umkreis vor diesem Raum anzubringen, ist oft sehr hilfreich.

4. Beobachten Sie auch ihre eigene Energie, denn je ruhiger und entspannter Sie sind, desto eher sind es auch beide Katzen, denn Katzen saugen die Energie ihrer Umgebung auf und reagieren dann auf diese “logisch”. Wenn Sie also angespannt sind und befürchten, dass etwas passiert, dann spürt es die Katze und wird ebenfalls angespannt etwas befürchten, dies geht dann wie ein Ping-Pong-Spiel zwischen den Katzen und dem Mensch hin und her … und entlädt sich oftmals explosiv. Je vertrauensvoller auch Ihr Verhältnis zu den Katzen ist, umso mehr können Sie als Brücke bei der Zusammenführung fungieren und positiven Einfluss nehmen, zudem werden Sie automatisch aufmerksamer für die kleinen Zeichen im Verhalten Ihrer Katzen werden.

NÜTZLICHES:
– 2 Feliway-Stecker
– ausreichend Ressourcen und Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten
– Federspielangel, um richtig auspowernd zu spielen
– Catdancer als extrem aufregendes Spielzeug
– Spielzeug mit Katzenminze
– Sollten Sie alleine leben, können Ihnen Babykameras tolle Dienst leisten, da sie bei der Fütterung immer auch das Verhalten der Katze auf der anderen Seite beobachten können.
– Bachblüten abgestimmt auf die jeweilige Katze (ggf. auch für nervöse Besitzer) können ebenfalls hilfreich sein.

Katzenberatung in Berlin


DURCHFÜHRUNG:

A) Der 1. Tag: Für den Tag des Familienzuwachses sollten Sie einen ruhigen Tag wählen.
Wenn die neue Katze das Zuhause “betritt”, sollte ihre Transportbox abgedeckt sein, da Katzen dann allgemein ruhiger sind und so auch ein Blickkontakt zwischen den Katzen vermieden werden kann.
Begrüßen Sie Ihre Katze freundlich nur mit Worten und gehen langsam und ruhig in das Katzenzimmer, schließen die Tür hinter sich und stellen die Transportbox auf den Boden und nehmen die Abdeckung von der Transportbox.
Gehen Sie dann aus dem Zimmer und begrüßen erstmal Ihre Katze, die vielleicht etwas irritiert ist und neugierig an ihnen schnuppern wird.
Füttern Sie jetzt ihre Katze, damit sie gleich etwas Positives mit der Veränderung verbinden kann.

Die Zusammenführung läuft auf der Basis von positiver Assoziation zu der Veränderung und dem Gegenüber, wobei der Geruchsaustausch und die Gewöhnung an den Geruch der anderen Katze noch vor dem ersten Blickkontakt stattfinden sollte.
Eine positive Assoziation mit der neuen Katze impliziert automatisch auch, dass Sie die alteingesessene Katze nicht “vernachlässigen”, weil Sie sich auf den Neuzugang konzentrieren. Ihre Katze sollte nicht das Gefühl haben, dass sie weniger Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten “seit dem Neuzugang” bekommt, sondern sogar mehr. Die neue Katze wird es ihnen ebenfalls danken, wenn sie in den ersten Tagen nicht von Ihnen gestalked wird. Positive Assoziationen können zusätzlich zu den Fütterungen durch alle schönen “Dinge”, die immer an der Tür und später am Gitter passieren, d. h. im Zusammenhang mit der anderen Katze stehen, geschaffen werden. Hierzu kann man Spiel, Clickern, Lieblingsleckerlies, Catnip-Catnip-Sessions etc. einsetzen.

Nachdem Sie max. 10 Minuten die neue Katze sich an Geruch und Umgebungsgeräusche haben gewöhnen lassen, öffnen Sie die Transportbox. In der Zeit halten Sie respektvoll Abstand, das Futter sollte bereits bereit stehen und starren Sie sie bitte nicht offensichtlich an. Vergessen Sie nicht, dass die Katze schließlich zunächst im neuen Lebensraum ankommen muss und auch erst noch eine Beziehung zu Ihnen aufgebaut werden muss bevor sie schließlich auf den (neuen) Artgenossen trifft.

B) Die Fütterungen finden nun immer gleichzeitig auf beiden Seiten der Tür statt.
Beginnen Sie mit jeweils etwa 1 m Abstand zur Tür die Fütterung, bei geschlossener Tür. Wie bereits eingangs erwähnt, darf kein Futter zur freien Verfügung vorhanden sein. In dieser Entfernung fühlen sich beide beim Fressen sicher. Die Katzen riechen sich und wissen um die Anwesenheit des Artgenossen, während Sie der Bote zwischen beiden sind und für den intensiveren Austausch der Gerüche sorgen. Spielen Sie auch mit beiden Katzen in der Nähe der Tür und loben und belohnen Sie sie – es sollen konstant viele positive Dinge im Zusammenhang mit dem Geruch der anderen Katze entstehen.
Die Beständigkeit, d. h. der Beginn von Gewohnheit und Routine ist hier der Schlüssel.
Wenn es keine Irritationen während der Fütterung auf beiden Seiten gibt, nähern Sie die Futterschüsseln nach 2-3 Tagen um etwa die Hälfte der Distanz in Richtung der Tür und belassen es wieder 2-3 Tage. Sollte es zu Irritationen kommen, erhöhen Sie wieder den Abstand zur Tür auf beiden Seiten.  Wenn die Fütterungen schließlich fast direkt an der Tür stattfinden können, ohne dass es zu irgendwelchen Irritationen gekommen ist, können Sie nach 2-3 Tagen den nächsten Schritt gehen. Über den gesamten Zeitraum haben Sie immer wieder einmal Spielzeug, Decken, Kissen oder Betten zwischen beiden Katzen ausgetauscht, damit sich beide an den Geruch der anderen Katze gewöhnen können. Präsentieren sie das “Wechselobjekt” nicht der Katze, sondern legen sie es wie selbstverständlich an einem sinnvollen Platz ab.

C) Der nächste Schritt ist dann die Fütterung mit langsam zunehmendem Sichtkontakt, wobei wieder mit jeweils mind. 1 m Abstand zur Tür begonnen wird. Sie können hierfür z. B. ein Kindergitter für die Tür (mit engen Zwischenräumen) nehmen und ein Laken als Sichtschutz darüber legen. Eine Plexiglasscheibe finde ich persönlich kontraproduktiv in Hinblick auf die sukzessive Zunahme der “Eindrücke/Wahrnehmung” der anderen Katze. In den ersten Tagen ziehen Sie das Laken vorsichtig während der Fütterung nur ein kleines Stück (etwa 5 cm) hoch und so bleibt es für 2-3 Tage für die Fütterungszeit.
Wenn alles ohne Irritation bleibt, verringern Sie jeweils in kleinen Schritten den Abstand zur Tür und ziehen das Laken um weitere 5 cm hoch und belassen es wieder 2-3 Tage so. So gehen Sie vor bis sich beide Katzen nach etwa 2 Wochen komplett ohne “Umstände” beim Fressen sehen können. Außerhalb der Fütterungszeiten wird das Türgitter entfernt und die Tür bleibt verschlossen, so dass es keine Möglichkeit gibt, schlechte Erfahrungen mit der anderen Katze zu machen.

D) Es ist von großem Vorteil, wenn Sie ein solides Vertrauensverhältnis zu dem Neuzugang aufbauen, denn so können Sie im Vergesellschaftungsprozess als soziale Brücke fungieren, was gerade in angespannten Situation sehr hilfreich sein wird.
Fühlt sich Ihre neue Katze sicher und wohl in ihrem Katzenzimmer und haben Sie bereits eine vertraute Beziehung zu ihr aufbauen können, kann mit kleinen Ausflügen beider Katzen in den Lebensraum der anderen Katze begonnen werden. Dies dient dem verstärkten Aufbau eines Gruppendufts in der gesamten Wohnung und dem (Aneinander-) Gewöhnungsprozess zu intensivieren.
Hierfür wählen Sie einen geeigneten Raum als “blinde Schleuse”, in der die alteingesessene Katze grundsätzlich gerne Zeit verbringt, z. B. das Schlafzimmer. Ein Helfer leistet ihr dort bei geschlossener Tür Gesellschaft und spielt oder clickert mit ihr, so dass sie positiv beschäftigt ist.
Währenddessen spielen Sie im Katzenzimmer mit der neuen Katze, leiten sie dabei zur Tür und öffnen diese langsam, so dass sie – sofern sie möchte – zum ersten Mal aus dem Katzenzimmer treten kann. Leiten und begleiten Sie sie zunächst in ein Zimmer, in dem sowohl Mensch als auch Katze viel Zeit verbringen, z. B.  das Wohnzimmer und schließen die Tür. Während Sie der neuen Katze im Wohnzimmer Gesellschaft leisten, so dass sie das Wohnzimmer in Ruhe erkunden kann, darf die alteingesessene Katze die “blinde Schleuse” verlassen  und in Ruhe das Katzenzimmer erkunden. Ihr Helfer begleitet sie dabei und bietet ihr dort entspannt ihre Lieblingsleckerlies an oder verteilt diese im Raum, schließt dann langsam die Tür und leistet ihr Gesellschaft mit positiven Erlebnissen.
Nach max. 1 Stunde sollten beide Katzen wieder mittels der “blinden Schleuse” in ihren Lebensraum zurückkehren und in Ruhe die “Hinterlassenschaften” der anderen Katze begutachten und anschließend ruhen können.
Diese Erkundungsausflüge sollten von nun an täglich erfolgen und nach und nach mehr Zimmer für die neue Katze einbezogen werden.

Die “andere Katze” auf eine langsame und unbedrohliche Art kennenlernen zu können und gleichzeitig mit positiven Assoziationen zu verknüpfen ist hier das Ziel.
Dafür werden nur positive Dinge und Aktivitäten wie Futter, Leckerlies, Lob, Clickern und Spiel in Anwesenheit der anderen Katze eingesetzt und jede freundliche Kontaktaufnahme oder Interesse gelobt. Dies geschieht zu Beginn mit geschlossenen Türen, dann mit einer sicheren Gittertür, die teilweise abgedeckt ist und die Sicht im Tempo der Katzen zunehmend freigegeben wird – immer unter der Supervision des Menschen, um sicherzustellen, dass es zu keinen negativen Interaktionen kommt.
Indem die Katzen Schritt für Schritt mit ihre Sinnen nacheinander (Ohren, Nase und dann Augen) den Artgenossen kennenlernen können, vermeiden wir eine Überforderung vor allem bei eher unsicheren/nervösen Tieren.

E) Wenn bisher die Fütterungen mit Sichtkontakt ohne Irritationen verlaufen sind und beide freundlich neugierig aufeinander reagieren, ist es Zeit für die Zusammenführung in einem Raum unter Aufsicht.
Idealerweise haben sie hierbei einen Helfer, der die alteingesessene Katze kennt und mit ihr aufregend im geschlossenen Schlafzimmer spielt, während Sie (als Konstante) mit der neuen Katze das Wohnzimmer fröhlich erkunden und schließlich aufregend mit ihr spielen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich die neue Katze im Wohnzimmer nicht mehr unsicher fühlt, kommt ihr Helfer mit der alteingesessenen Katze hinzu und spielt am anderen Ende des Raumes aufregend mit ihr.
Der Fokus liegt hierbei auf der Ablenkung durch Spielen, denn dann wird die andere Katze  immer nur kurz im Spiel (dem Positiven) wahrgenommen. Fütterung, Lob und Leckerlies als Belohnung für Entspanntheit und freundliche Kontakte mit der anderen Katze in Kombination mit Ihrer entspannten und fröhlichen Energie werden die Anwesenheit der anderen Katze als etwas Positives im (Unter-) Bewusstsein der Katze verankern. Für die Katze ist es ein positives Erleben der anderen Katze, sie spielend zu sehen, da hierbei die Energie komplett positiv geladen ist. Die Federangel eignet sich aufgrund des großen Radius gut, um später das gemeinsame Spielen vorsichtig anzutesten. Sobald Sie merken, dass eine der Katzen sich ausruhen möchte, gehen Sie mit der neuen Katze wieder zurück in das Katzenzimmer, damit es keine Möglichkeit zum Anstarren gibt.

Katzenverhalten Beratung in Berlin

F) Direkt im Anschluss an die nächsten Spielsessions bekommt die neue Katze die Möglichkeit, das gesamte Zuhause in Ruhe kennenzulernen und sich sicher darin bewegen zu können … in Abwesenheit der anderen Katze.
Dafür werden für mindestens 1 Stunde die Lebensräume in der Form getauscht, dass die alteingesessene Katze idealerweise wieder mit einem vertrauten Helfer in das Katzenzimmer mit geschlossener Tür geht. Im Anschluss können beide wieder für eine Weile unter Aufsicht mit viel Spiel und Spaß und Leckerlies in einem Zimmer zusammen sein, bevor die neue Katze wieder in das Katzenzimmer geht. Gibt es keine Irritationen kann die gemeinsame Zeit langsam ausgedehnt, wobei sie für die Nacht jedoch wieder getrennt werden.

G) Dies wiederholen Sie ein paar Tage bis man sie nicht mehr trennt, wenn es keine Irritationen gegeben hat und Sie 48 Stunden ohne Unterbrechung Zuhause sein können, um alles zu beaufsichtigen. Sie sind die tiefenentspannte und fröhliche Brücke, die im Spiel, der Fütterung (nah zueinander im “Wohlfühlabstand”) und Lob mit Ihrer positiven Energie immer wieder ausgleicht, um die positive Assoziation stabil in beiden Tieren zu verankern.

Abschließende Worte:
Dieser Leitfaden zur Zusammenführung von Katzen ist nicht starr und kann in den einzelnen Phasen je nach Tier und Gegebenheiten variieren. Bei sehr sozialen oder sehr jungen Tieren können u. U.  die Phasen verkürzt oder sogar übersprungen werden. Kater sind hier oftmals unkomplizierter.
Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung möchte ich Ihnen vor allem für die Vergesellschaftung von adulten Katzen und Worst-Case-Situationen eine ausführlich erklärte Hilfestellung geben, damit Sie mit dem Verständnis auch eigenständig die einzelnen Schritte anpassen können, da am Ende des Tages jedes Tier seine eigene Persönlichkeit und Geschichte mitbringt.

Katzen Verhaltenstherapie Berlin

Ich habe eine Vergesellschaftung erlebt, bei der bereits nach 2 Tagen die beiden weiblichen Katzen sich durch die Tür “riefen” und ein paar Tage später sogar jammerten, weil sie zu der anderen Katze wollten. Wir kürzten daher den Plan ab und ließen sie schon nach etwas mehr als 1 Woche (Beendigung der Antibiose des Neuankömmlings) unter Aufsicht in ein Zimmer. Wir spielten mehrere Stunden mit beiden, fütterten sie, lobten sie und es lief so wunderbar, dass wir sie danach auch nicht mehr trennten, denn man spürte trotz kleiner “Tänzchen”, wie glücklich sie waren.
Beide Katzen waren aus dem Tierschutz und erst etwa 2 Jahre alt. Gretel war eine eher ängstliche Katze, die zuvor ihren Bruder verloren hatte und sehr darunter litt. Fipsi war eine Streunerin auf Sardinien, die dem Tod von der Schippe gesprungen war und bekam zum ersten Mal in ihrem Leben ein richtiges Zuhause und eine Familie. Beide Katzen waren gut sozialisiert und weniger auf den Menschen geprägt, so dass sie einfach sehr glücklich und dankbar füreinander waren.

Katzen Training
Ich hoffe von Herzen, dass dies dazu beitragen kann, dass weniger Tiere in ein Tierheim abgegeben oder weggegeben werden. Und genauso sehr hoffe ich, dass sich mehr Menschen für die Adoption von erwachsenen Katzen entscheiden und dabei sowohl das Verständnis, die Geduld als auch die Kraft und Liebe aufbringen, um zwei Tiere zu einem glücklichen Dream-Team zu machen und … dabei ein Leben “wiedergutzumachen”.

Welche Tiere passen am besten zusammen?
A. Kastrierte gleichgeschlechtliche Wurfgeschwister mit ähnlicher Energie, da Kater und Katzen oft unterschiedliche Bedürfnisse haben können
B. Kastrierte gleichgeschlechtliche Tiere im ähnlichen Alter, ähnlicher Energie und Größe

Ausnahmen bestätigen aber bekanntlich die Regel!

Katzenberatung

Be PAWsitive & Shine!

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