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Aktive Hilfe im Rifugio

In der Regel haben wir eine Vorstellung von einem Tierheim, doch das Rifugio entspricht nicht dieser Vorstellung.
Vielmehr ist es eine Auffangstation, wo man provisorisch versucht die Tiere von Wind, Regen, Hitze und Kälte zu schützen, weil der Platz, die Mittel und die helfenden Hände fehlen.

Im Rifugio herrscht immer Mangel an allem … angefangen bei Futter, Medikamenten, medizinischen Versorgungs- und Verbrauchsmaterialien, Decken, Reinigungsmittel, sogar alte Zeitungen zum Auslegen der Metallkäfige und so vieles mehr.
Doch es fehlen auch immer dringend helfende Hände, die bei der Versorgung der Tiere, beim Reinigen der Käfige und Gehege und Waschen der Näpfe helfen … Augen, die gesundheitliche Auffälligkeiten frühzeitig bemerken … und den Tierärzten melden können und Fürsorge und Wärme bei der Betreuung von den kranken Tieren.

Das Rifugio hat nicht die Mittel, um genug Arbeiter zu bezahlen und so die Versorgung der Tiere zu gewährleisten, da die LIDA weder die Unterstützung noch die Aufmerksamkeit erhält, die es benötigen würde, um die Tiere so zu versorgen wie es notwendig wäre und auch die Vermittlung in ein gutes neues Zuhause zu gewährleisten … und freiwillige Helfer hierfür gibt es unter den Einheimischen kaum.

Der Einsatz im Rifugio soll nicht zu einem traumatischen Erlebnis werden und nicht zu einer Erfahrung, die uns am Leid der Tiere oder sogar an den Menschen verzweifeln lassen.

Im Gegenteil – die aktive Hilfe im Rifugio soll den Tieren direkt helfen und uns selbst zum Motor werden.

Man sucht im Rifugio oftmals vergeblich einen Menschen, der einem helfen kann, weil alle Arbeiter ihrer Arbeit nachgehen müssen und keine Zeit haben. Man arbeitet hauptsächlich im Freien und ist dem Wetter komplett ausgesetzt… Um allein die Grundversorgung der Tiere zu gewährleisten, ist die Zeit oft knapp, so dass menschliche Zuwendung und Streicheleinheiten für das eine Tier gleichzeitig die Versorgung der anderen Tiere aus Zeitmangel gefährdet.

Gerade die Tiere, die aufgrund von Platzmangel in Käfigen sitzen müssen, benötigen intensivere Betreuung in der Reinigung, damit sie nicht in ihrem Kot oder Erbrochenen liegen müssen.
Die Käfige der Welpen müssen alle paar Stunden gereinigt und kontrolliert werden, ob sie Wasser haben, da sie oftmals beim Spielen die Wassernäpfe umwerfen. Und gerade weil die gesunden Welpen nur mit Trockenfutter gefüttert werden, ist dies umso wichtiger.

Der Einsatz im Rifugio ist kein Urlaub auf dem Bauernhof oder in einem Streichelzoo, wo man den Tieren und sich selbst Zeit und Freude miteinander schenken kann.

Wenn die Hunde nach Aufmerksamkeit bellen, die Welpen nach Streicheleinheiten winseln und die Kätzchen nach Zuwendung schreien, dann ist das eine große emotionale Belastung, weil es einfach nicht möglich ist, allen diesen Tieren zu geben, wonach sie sich so sehr sehnen.

Meinen wir dann, dass diese armen Tiere von uns die Zuneigung und Aufmerksamkeit bekommen sollten, die sie verdienen und so sehr entbehren müssen, dann ist das zunächst ein schöner Vorsatz … doch was tun wir diesem Tier Gutes, wenn es dann nach unserer Abreise wieder darauf verzichten muss, was ihm so lieb geworden ist?

Es ist ein schwieriges Abwägen … doch am Ende ist es nicht mehr ganz so schwer, wenn wir uns in die Situation des Tieres versetzen ohne dabei zu vergessen, dass es ein Tier ist, das nicht unser kognitives Verständnis hat.
Vielmehr spüren die Tiere unsere Gefühlswelt, was bei der Arbeit mit den Tieren nicht vergessen werden sollte. Unsere Angst, unsere Nervosität, unsere Traurigkeit und Stress sollten die Tiere nicht spüren müssen. Dann tun wir ihnen einen größeren Dienst, wenn wir die Näpfe in der Waschküche auswaschen oder das Materiallager sortieren.

Unsere Vorstellungen von Hygiene, Sauberkeit und bekannter Arbeitsweise werden uns zum Verhängnis, wenn wir uns nicht mit den oftmals unzureichenden Gegebenheiten vor Ort arrangieren können.

Aktive Hilfe kann daher nur dann gegeben werden, wenn man sich immer das Ziel – das nachhaltige Wohl dieser armen Tiere – vor Augen halten kann.

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