Vor ein paar Wochen saß ich am Telefon und hörte einen Satz, der mich sprachlos machte. Ich hatte meinem Operateur erzählt, was meine Frauenärztin und mein Physiotherapeut an meiner Narbe gefunden hatten – Verklebungen, spürbar, sichtbar, behandlungsbedürftig. Am anderen Ende der Leitung sagte der Arzt, der mich 2 Monate zuvor operiert hatte: „Lassen Sie sich nicht verunsichern, die haben doch keine Ahnung. Da kann sich nichts verkleben, weil sie genug Fettgewebe haben.“

Wenn du dir den sehr langen Blogartikel anhören möchtest:
Zwei unabhängige medizinische Fachleute, die mich tatsächlich untersucht hatten – mit einem Halbsatz weggewischt. Und ich, die es am eigenen Körper spürte, gleich mit. Das war bereits das zweite Mal.
Beim ersten Mal wollte er mir am Telefon erklären, mein Crash sei nur Übelkeit von der Narkose gewesen – dabei setzte die Migräne erst rund 24 Stunden und die Gallenkolik mit Erbrechen etwa 30 Stunden nach der OP ein. Dass der Anästhesist für die Narkoseübelkeit längst vorgesorgt hatte und der diensthabende Stationsarzt mich untersucht und die Gallenkolik diagnostiziert und behandelt hatte, ignorierte er. Er selbst war nicht im Haus. Er hatte mich nicht gesehen. Und trotzdem wusste er es besser.
Ich legte auf und spürte, wie Wut in mir aufstieg. Diese heiße Wut, die entbrennt, wenn ich Ungerechtigkeit erlebe – oder Zeugin von ihr werde. Aber ich drückte sie zurück und verschloss die Tür. Mein Körper kämpfte damals noch mit dem Trauma des großen Eingriffs und mit schweren systemischen Komplikationen. Und da brauchte ich jede Faser meiner Kraft zum Heilen. Für Wut war kein Platz.
Erst jetzt öffnet sich diese Tür wieder und ich scheine erst jetzt langsam zu verarbeiten, was hinter mir liegt: die Operation, die Wochen voller Komplikationen, den Kampf um meine Gesundung. Und mit ihnen kommen auch die Erinnerungen an Nanas letzte anderthalb Jahre zurück. An ihren Kampf um ihr Augenlicht, ihr Auge und ihre Schmerzfreiheit – an meinen Kampf für sie bei gleich mehreren Tierärztinnen.
Während meiner Krankheit hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Und mir wurde bewusst, wie oft wir mit Medical Gaslighting konfrontiert werden.
Es passiert an zwei Orten, die eigentlich für uns da sein sollten: im Sprechzimmer deines eigenen Arztes – und in dem Raum, in den du das Wesen trägst, das sich überhaupt nicht selbst wehren kann. Deine Katze.
Meist sind es zwei Sätze, an denen du es erkennst. Der eine wiegelt ab: „Da machen Sie sich mal keine Sorgen.“ Der andere kommt manchmal, noch bevor du überhaupt zu Ende erzählt hast: Ohne dass dein Gegenüber auch nur eine Sekunde nachgedacht zu haben scheint, steht die Ursache für ihn schon fest.
Beide klingen fürsorglich und kompetent. Und trotzdem gehst du danach nach Hause und fühlst dich seltsam klein – als hättest du dir das Ganze vielleicht doch nur eingebildet. Genau das ist Gaslighting: wenn dir jemand mit Autorität so lange erklärt, dass deine Wahrnehmung nicht stimmt, bis du selbst an ihr zweifelst.
Diese beruhigenden Sätze kommen ja angeblich in guter Absicht. Aber ich frage mich: Wollen sie uns wirklich beruhigen? Oder nur ruhigstellen – wie ein Baby, dem man den Nuckel gibt, damit es endlich still ist?
Ich schreibe das, weil ich möchte, dass du am Ende eines weißt: Du bist nicht verrückt. Du bist achtsam und wachsam. Und du darfst dich wehren, aber vor allem musst du als Bodyguard deiner Katze für sie kämpfen, denn sie hat nur dich. Und ich weiß, wie sich dieser Kampf anfühlt: unangenehm, falsch – und vor allem zerstört er Vertrauen. Ich hasse es zu kämpfen, aber ich werde nie damit aufhören, für Katzen zu kämpfen.
Nana war schon immer von meinen drei Senioren die Sportlichste, so wunderschön mit großen Augen und vielleicht ein bisschen blond, aber mein Sonnenschein. Die Katzenoma, die trotz ihrer Arthrose die vertikale Welt bis zum Kleiderschrank voller Freude ausnutzte.
Dann bekam sie Probleme mit ihren Augen. „Diagnose: Aqueous Misdirection Syndrom.“ Um den steigenden Druck in ihren Augen zu senken, begannen wir mit Augentropfen. Zweimal am Tag. Die Augentropfen schienen schrecklich zu schmecken, denn sie schmatzte und schüttelte sich wenige Sekunden danach, als wollte sie etwas Ekelhaftes ausspucken. Sie wollte danach auch keine ihrer Leckerlis und fraß zunehmend weniger.
Nach sechs Tagen stellte Nana das Fressen ein, aber sie wollte essen, denn sie hatte ja auch Hunger. Sie kam erwartungsvoll angerannt, aber sie konnte nicht und ich sah, wie sie mit der Zunge diese seltsame Bewegung machte, als hätte sie beim Anblick des Futters einen schlechten Geschmack. Ich rief die Augenspezialistin an und fragte, ob wir die Augentropfen wechseln könnten, da der Geschmack furchtbar sein musste. Die Antwort: „Das kann nichts mit den Augentropfen zu tun haben. Davon habe ich noch nie gehört.“
Der Moment, in dem dir jemand mit Titel erklärt, dass das, was du mit eigenen Augen siehst, gar nicht sein kann.
Da es aber keine speziellen Augentropfen für Tiere gibt und die TÄ sich der Humanpräparate bedienen, recherchierte ich dort, wo Menschen mit Glaukom über ihre Erfahrungen mit diesen Augentropfen schreiben – und wurde auch sofort fündig. Dieser bittere Geschmack, immer wieder. Was in Nanas Auge tropfte, landete schließlich über den Tränen-Nasen-Kanal hinten in ihrem Hals. Natürlich schmeckte sie das genauso wie wir Menschen. Und eine Katze, die tagelang nicht frisst, läuft Gefahr, in eine lebensgefährliche hepatische Lipidose zu rutschen. „Das kann nicht sein“ war also nicht nur falsch. Es war gefährlich.
Sie mag die Augenspezialistin sein. Aber ich bin die Expertin, wenn es um das Verhalten meiner Katzekinder geht, nicht weil ich eine ausgebildete Katzenexpertin bin, sondern weil ich mit einem offenen Mindset aufmerksam beobachte und nicht voreingenommen bin.
Und auch der erste Lösungsvorschlag der Haustierärztin – Nana mit Mirataz zum Fressen zu bringen – war und ist ein absolutes NoGo, weil er an der Ursache und damit am Wohl der Patientin vorbeigeht. Deshalb gab ich mich nicht damit zufrieden, sondern diskutierte mit ihr (was nicht das gleiche wie streiten ist!) und sie befragte zusätzlich eine auf Augenheilkunde spezialisierte Studienfreundin aus Hannover und gab mir weiteren Input. Und so holte ich mir dann auch eine Zweitmeinung bei einer weiteren Augenspezialistin aus Potsdam, mit offenerem Blick und offenerer Haltung, und wir wechselten den Wirkstoff. Und siehe da: Nana fraß wieder, auch wenn diese Augentropfen immer für einen Moment brannten. Doch das war oder schien zumindest das kleinere Übel.
Doch nach etwa 6 Wochen wurde Nana irgendwie bewegungsunfreudiger und nach genauer Beobachtung wurde klar, dass sie auch instabiler in der Hinterhand wurde. Meine sportliche Cheerleaderin, die eben über die Catwalks an den Wänden rannte, wollte sich kaum noch bewegen. Sie wurde unsicherer im Sprung, ihre Hinterhand wackeliger und rutschte manchmal ab, weil sie sich versprang und die Muskulatur baute hinten ab. Beim nächsten Kontrolltermin bei der Augenspezialistin der FU-Tierklinik trug ich vor, was ich beobachtet hatte. Und wieder kam so eine Antwort – diesmal von einer Professorin: „Ihre Katze ist eben alt. Das ist die Arthrose. Das hat nichts mit den Augentropfen zu tun, gehen Sie zu einem Orthopäden.“
Nur: Nana war schon länger alt. Und noch vor acht Wochen war sie geklettert. Etwas hatte sich verändert – etwa 6 Wochen nach Wechsel auf den neuen Wirkstoff. Das kann doch kein Zufall sein, dachte ich. Und wieder ließ ich nicht los.
Und auch hier wurde ich in der Humanmedizin fündig und als ich die ursprüngliche Augenspezialistin diesbezüglich kontaktierte, überraschte sie mich. Nachdem ich auf ihre Frage geantwortet hatte, wo Nana wackeliger geworden sei, sagte sie, dass das in seltenen Fällen vorkommt und war bereit, einen Versuch mit einem dritten Wirkstoff zu machen, auch wenn sie mir keine großen Hoffnungen machte, weil er bei Katzen oft gar nicht oder nicht so gut wirkt wie bei Hunden.
Wir wechselten erneut. Und es wurde wieder besser und Nana blühte wieder auf und bekam ihre albernen Zoomies.
Zweimal derselbe Satz. „Das kann nicht von den Augentropfen kommen.“ Zweimal falsch. Versteh mich nicht falsch: Ich bin keine Tierärztin und kämpfe auch nicht gegen die Wissenschaft, sondern mit ihr – recherchiert, Zweitmeinungen geholt, mein Netzwerk befragt. Es geht mir auch nicht darum, einen ganzen Berufsstand anzuklagen. Es geht mir um einen einzigen Satz: „Das kann nicht sein.“ Denn dieser Satz beendet das Nachdenken genau dort, wo es anfangen müsste.
Eine Verhaltensänderung ist bei einer Katze fast immer das erste Symptom von Krankheit, denn Verhalten hat eine Funktion.
Katzen kompensieren sehr lange und sind daher wie Eisberge – wir sehen nur die Spitze. Nana konnte niemandem sagen, dass es ihr schlecht schmeckt oder dass ihr die Hinterbeine wehtun. Sie konnte es nur aushalten … bis es nicht mehr aushaltbar war. Und die Einzige, die es sehen und für sie sprechen konnte, war ich.
Wer meine Beobachtung wegwischt, wischt Nanas einzige Stimme weg.
Was Nana und mir selbst als Patientin passiert ist, ist kein Einzelfall. Medical Gaslighting ist auch kein Mythos, sondern ein strukturelles Problem in der Human- und Tiermedizin. Es führt nicht nur zu massiven Vertrauensverlusten, sondern im schlimmsten Fall zu handfesten, lebensbedrohlichen Behandlungsfehlern.
Warum passiert das? Und viel wichtiger: Wie können wir uns in einer solchen Situation mit Fakten und Verstand dagegen wehren?
Die strukturelle Falle: Warum Experten die Realität ausblenden
Medical Gaslighting entsteht meiner Ansicht nach nie aus Böswilligkeit. Es entsteht aus zwei Richtungen, die zusammenwirken: einem blinden Fleck im System – und einer Haltung, die ihn zur Mauer macht. Arroganz. Denn manche (Tier-)Ärzte sind sich ihrer Sache so sicher, dass sie gar nicht mehr hören, was du sagst. Das ist keine Bosheit – das ist Arroganz. Und Arroganz darf man beim Namen nennen, ohne jemandem böse Absicht zu unterstellen. Gaslighting trägt fast immer ein freundliches Gesicht. Deshalb ist es so schwer zu greifen, und deshalb zweifelt man hinterher an sich und nicht am Gegenüber.
Die Ursachen liegen meist nicht im Charakter der (Tier-)Ärzte, sondern sind tiefer im medizinischen System verankert:
Da ist zuerst das, was ich das Götter-in-Weiß-Syndrom nenne. Je höher spezialisiert, je mehr Titel, desto schwerer fällt es manchen, zuzugeben, dass ausgerechnet nach ihrer Behandlung etwas Untypisches passiert. Ein Fehler im eigenen Wissenshorizont ist schwerer auszuhalten als ein „Fehler“ bei dir. Also wird er bei dir gesucht. „Das war nur die Narkose.“ „Ihre Katze ist eben alt.“ Der Ball landet bei dir – das eigene Können bleibt makellos.
Dann die Muster-Falle. Unser Gehirn liebt das Bekannte. Was ins Lehrbuch passt oder in die Statistik der eigenen Praxis, wird gesehen. Was nicht hineinpasst, wird überlesen – nicht böswillig, sondern weil das seltene, untypische Bild im Kopf gar nicht erst auftaucht. Nana passte nicht ins Muster: „Augentropfen machen keine Muskelschwäche“ steht so in keinem gängigen Schema. Also konnte es nicht sein – bis es eben doch so war.
Und drittens der Tunnelblick, die fehlende Interdisziplinarität. Der Augenarzt sieht das Auge. Der Chirurg sieht seine Naht. Aber ein Körper ist keine Sammlung einzelner Organe – er ist ein System, in dem Immunsystem, Stoffwechsel, Nerven und Psyche ständig miteinander reden. Wer nur durch sein eigenes Fachfenster schaut, sieht das Haus nicht, in dem dieses Fenster sitzt. Dabei verstecken sich gerade in den Zusammenhängen zwischen den Fächern die Antworten, die ein einzelner Spezialist allein nie findet.
Wie in meinem Fall: Nach mehreren Wochen weiterer Komplikationen stellte sich heraus, dass neben meinem geschwächten Zustand auch sekundäre unerkannte Histaminintoleranz, Mastzellaktivierungssyndrom, Weizenallergie und Salicylatintoleranz meinen Körper in die Knie gezwungen hatten – denn weder die Ernährung im Krankenhaus noch die eingesetzten Medikamente waren darauf abgestimmt.
Und auch wenn keine dieser drei Fallen böse Absicht ist, führen sie zum selben Satz: „Das kann nicht sein.“
Der ehrliche Fehler sagt: „Davon habe ich noch nie gehört – erzählen Sie mir mehr.“ Die Arroganz sagt: „Das kann nicht sein.“ Derselbe Ausgangspunkt, zwei Haltungen – und nur eine davon ist gefährlich. Denn dieser Satz macht die Tür zu, bevor überhaupt jemand hindurchgeschaut hat.
Ich nehme an, dass es mir persönlich so stark aufstößt, weil das genau das Gegenteil von dem ist, wie ich für und mit Katzen arbeite. Genau aus diesem Grund liebe und schätze ich gute (Tier-)Ärzte – meistens großartige Frauen ohne Ego-Problem –, die nicht nur Mediziner sind. Ich bin sehr dankbar für sie und die Arbeit auf Augenhöhe, wenn es um Angst- und Traumakatzen geht, und hoffe, dass sie es weitertragen werden. Ohne zwei dieser großartigen Tierärztinnen und Frauenärzte wären auch Nanas und mein Weg ganz anders verlaufen.
Wir können Psyche nicht von Physis trennen, weil sie sich gegenseitig im Positiven wie auch Negativen beeinflussen, und deshalb können wir noch weniger einzelne Organe voneinander trennen und die Wechselwirkungen leugnen, auch wenn dadurch alles noch herausfordernder oder komplizierter wird als es ohnehin schon ist.
Umso mehr schätze ich (Tier-)Ärzte, die das Patientenwohl immer vor Augen haben und zunächst mit offenem und weitem Blick alle Informationen sammeln, bevor sie beginnen, Annahmen zu treffen. Und die nicht nur nach Bestätigung für ihre Theorie suchen.
Selbstermächtigung: Vier Schritte aus der Ohnmacht
Medical Gaslighting macht sprachlos, unsicher und wütend. Jede verschleppte Diagnose kostet Zeit, Kraft, Geld und manchmal irreversible gesundheitliche Schäden. Aber du bist dem nicht ausgeliefert, sondern kannst handeln. Vier Dinge haben mir geholfen – dir vielleicht auch.
1. Vertraue deinem Instinkt – und bilde dich weiter.
Niemand kennt deinen Körper so gut wie du. Und niemand kennt deine Katze so gut wie du. Dein Bauchgefühl ist kein „Dr. Google“ – es ist die Summe aus tausend Beobachtungen, die ein Spezialist in acht Minuten unmöglich machen kann. Nimm es ernst. Und dann untermauere es: Lies den Beipackzettel. Recherchiere in den richtigen Quellen, auf Englisch und ggf. auch in der Humanmedizin, wie in Nanas Fall mit den Augentropfen. Suche nach den anatomischen, logischen Zusammenhängen und beobachte zunächst genau, ohne vorschnell zu interpretieren. Instinkt plus Wissen – das ist die Kombination, gegen die kein „Das kann nicht sein“ ankommt.
2. Trenne das Handwerk von der Nachsorge.
Ein hochspezialisierter Operateur ist oft ein brillanter Mechaniker für einen einzelnen Eingriff – aber deshalb noch lange kein Begleiter für deine ganzheitliche Genesung oder die deiner Katze. Erwarte von ihm nicht den Weitblick und die Empathie, die er nicht hat. Lass ihn tun, was er kann – und hol dir die Nachsorge bei jemandem, der den ganzen Körper sieht, nicht nur seine Naht. Das erspart dir viel Enttäuschung, weil du aufhörst, von ihm etwas zu verlangen, das er gar nicht geben kann.
3. Fordere deine Rechte ein – ohne Diskussion.
Nach § 630g BGB hast du ein uneingeschränktes Recht auf eine vollständige Kopie deiner Patientenakte: OP-Berichte, Laborwerte inkl. Fotos. Das sind deine Gesundheitsdaten. Punkt.
Lass dich nicht mit fadenscheinigen Ausreden abspeisen. Ich musste das am eigenen Leib lernen. Ich bat um die Fotos meiner Operation – und plötzlich war alles „aus Sicherheitsgründen“ unmöglich. Keine Cloud, kein WeTransfer, nein. Ich solle bitte einen fabrikneuen, versiegelten USB-Stick mitbringen, wegen der Viren. Ich kaufte einen. Er packte ein paar unbrauchbare Miniaturbilder darauf und vertröstete mich dann wochenlang – „beim nächsten Kontrolltermin“.
Und wie kamen die Fotos am Ende bei mir an? In einem stinknormalen Briefumschlag, nicht als Einschreiben oder besonders verpackt. Auf einem alten USB-Stick, den er offenbar noch herumliegen hatte. Von wegen Sicherheit.
Genau deshalb sage ich: Bestehe auf deinem Recht – schriftlich, wenn es sein muss. Es ist deins. Und auch die Unterlagen deiner Katze stehen dir zu – sie gehört dir.
4. Bau dir ein interdisziplinäres Netzwerk.
Such dir Menschen, die über den Tellerrand schauen: eine gute Hausärztin, empathische Physiotherapeuten, Tierärztinnen, die auch mal sagen können „das muss ich nachschlagen“. Zweit- und Drittmeinungen sind kein Misstrauen – sie sind Sorgfalt. Ein Netzwerk aus mehreren Blickwinkeln findet die Antworten, die in den Zusammenhängen zwischen den Fächern liegen. Genau dort, wo der einzelne Spezialist nie hinschaut. Für Nana waren es am Ende zwei offene Tierärztinnen, die den Unterschied machten.
Denn Tierärzte sind keine eierlegenden Wollmilchsäue, und das sage ich zur Verteidigung der TÄ, weil die Erwartungshaltung der Gesellschaft völlig realitätsfremd ist.
Sei der Bodyguard für deine Katze UND deine eigene Gesundheit!
Fazit: Vertrau dem, was du siehst, aber werde auch deiner Verantwortung gerecht!
Weder ein Doktortitel noch eine Professur schützt vor Irrtum … oder Unwissenheit. Und ein weißer Kittel macht aus einer Vermutung oder gar Meinung keine Wahrheit.
Aber wie oft höre ich auch „Das hat mir aber keiner gesagt!“. Hast du denn gefragt oder versucht, dich selbst zu informieren? So wie du es tun würdest, bevor du ein neues Handy, Waschmaschine, Auto oder Armbanduhr kaufst oder deinen nächsten Urlaub buchst? Denn es gehören immer zwei zum Tango und zu viele Menschen geben ihre Verantwortung an der Anmeldung ab … wodurch sie helfen, diesen Systemfehler aufrechtzuerhalten.
Du musst kein Arzt und keine Katzenexpertin sein. Aber du musst bereit sein, deinen Job zu machen, denn Information ist eine Holschuld und keine Bringschuld! Und traue deiner eigenen Wahrnehmung, bleibe dran und lass dich nicht einfach abwimmeln oder von Sätzen wie „Haben Sie (Tier-)Medizin studiert?“ einschüchtern. Du bist nicht verrückt. Du bist achtsam und wachsam.
Kämpfe für dich und deine Katze – auch auf die Gefahr hin, dass man dich als unbequem, anstrengend oder sogar zum Kotzen findet … Denn du wurdest nicht geboren, um anderen zu gefallen.
Aber du bist dafür verantwortlich, für das einzustehen, was dir anvertraut ist – deine Gesundheit und deine Katze, die ohne dich verloren ist.
Sei ihr Bodyguard. Und deiner.
Du brauchst dafür weder eine Erlaubnis noch die Zustimmung anderer!
