Hier siehst du Tabby bei der Narkoseeinleitung am letzten Samstag, als er seinen Termin zur Zahn-OP hatte.
Tabby hat hier Hunger und findet das uncool, aber vor allem möchte er runter und prüfen, was hinter der geschlossenen Tür los ist.
Deshalb bitte ich zum einen die TÄ, einen Moment zu warten und meine Begleitung auf die andere Seite zu kommen, um seinen Fokus in die Richtung der Tür abzumildern.
Als er dann ruhig sitzt, beginnt die Tierärztin sich den Muskel zu suchen und ich bitte sie mir zu sagen, wenn sie Tabby pieksen wird, damit ich einen Gegenreiz setzen kann, denn der Pieks ist erstmal ein aversiver Reiz, auch wenn das Folgende weniger doof sein wird als gewöhnlich.
Während der ganzen Zeit habe ich meine Hände an seinem Körper, begrenze ihn wenn nötig, aber fixiere ihn zu keinem Zeitpunkt, was allerdings nicht bedeutet, dass ich nicht bereit wäre ihn im Zweifelsfall schnell zu fixieren.
Und das macht den großen Unterschied!
Beim katzenfreundlichen Handling lese und verstehe ich die Funktion hinter dem Verhalten der Katze, respektiere ihren Körper und gehe auf sie ein, indem ich ihr ggf. auch einen Moment zum Durchatmen gebe und auch alternative Angebote mache, wenn eine spezielle Berührung/Manipulation besonders unangenehm für sie zu sein scheint. Und dafür muss sie nicht erst „laut werden“ (ob durch Lautäußerungen oder körperlich), wenn ich als Handler aufmerksam bin.
Dadurch verhindere ich, dass sie in eine emotionale Notlage gerät, aus der sie dann versuchen muss sich irgendwie freizukämpfen, d. h. der Fall für das „vorsichtshalber Fixieren“ tritt somit gar nicht ein.
Die TÄ zählt hier dann also „1, 2, 3 und“ und ich beginne ihm seine Ohren zu kraulen und ihm fröhlich Quatsch zu erzählen.
Gleichzeitig bitte ich sie aber auch sehr langsam und in kleinen Schritten zu spritzen, da das deutlich angenehmer bzw. weniger unangenehm ist, denn Katzen können mit „doof“ umgehen, aber eben nicht mit „gefährlich“.
Denn ein starker Schmerz ist für Katzen gleichbedeutend mit Gefahr für ihre körperliche Unversehrtheit.
Als die Tierärztin fertig ist, wird er über den grünen Klee gelobt und wie man am Schwanz erkennen kann, ist er auch nicht sonderlich irritiert oder gar gestresst, wie man es sonst in solchen Situationen sehen würde (sofern es sich nicht um vor Angst erstarrte Katzen handelt).
Danach beobachte ich ihn zwar genau aus dem Augenwinkel, aber lasse ihn in Ruhe in den Schlaf finden. Würde ich ihn nämlich aktiv ansprechen, anschauen oder anfassen, würde er mit großer Wahrscheinlichkeit versuchen, wach zu bleiben, d. h. gegen die Narkose anzukämpfen – trotzdem weiß er, ich bin da und passe auf ihn auf.
Indem ich einen ruhigen, dunklen und sicheren Raum schaffe, kann er sich seiner Müdigkeit hingeben und das macht ebenfalls einen großen Unterschied für die Qualität der Narkose(erfahrung).
Warum das so ist und was alles zu einer katZENfreundlichen Vorbereitung und Nachbereitung von Narkosen gehört und warum ich inzwischen den Begriff catfriendly nicht mehr gerne benutze, erfährst du im 2-teiligen LIVE Webinar TRAUMAFREI zum TIERARZT am 22.02. und 01.03.2026. 😊
