Katzen brauchen eine ruhige, gleichbleibende und vorhersehbare Umwelt, Alltag und Routinen, um sich sicher zu fühlen … was wiederum die Grundvoraussetzung ist, um sich wohlzufühlen.
An Silvester ist dies mit den beängstigenden Lichtblitzen am Nachthimmel, dem lauten Feuerwerk und der aufgeladenen Stimmung der Menschen nicht der Fall.
Wie Kleinkinder sind sie optisch und akustisch über Stunden einer Extremsituation ausgesetzt.
WICHTIG:
Nur weil eine Katze nicht zitternd schreit, winselt und jault heisst das nicht, dass sie nicht in ihrem Inneren vor Angst Tausend Tode stirbt, denn Katzen leiden still und lassen sich Angst, Schmerzen und Schwäche kaum oder gar nicht anmerken.
Wenn also eine Katze kein Interesse am Fressen, Trinken, Spielen und Leckerlies hat und auch nicht wie gewohnt entspannt und interessiert sich im Zuhause bewegt, dann sind das klare Anzeichen für Angst, die größer ist als die lebensnotwendigen Grundbedürfnisse.
Spätestens wenn sich eine Katze nur noch in geduckter Haltung und mit aufgerissenen Augen bewegt, sich zusammengekauert versteckt und den ganzen Tag auch nicht mehr auf die Toilette geht, muss jedem Katzenhalter klar sein, dass seine Katze extreme Angst hat und unsere Hilfe braucht.
In 8 Wochen beginnt erneut für unsere Tierwelt der Horror …
Mithilfe der Desensibilisierung können wir unseren Katzen den damit verbundenen Stress stark reduzieren, so dass ich auch jetzt noch empfehle damit zu beginnen.
Hierbei wird durch das regelmäßige und kontrollierte Abspielen von Feuerwerksgeräuschen mit sehr langsam steigender Lautstärke eine gewisse Gewöhnung an die Silvestergeräusche erreicht, um ihnen so den großen Schrecken zu nehmen.
Folgende CDs kann ich grundsätzlich für Silvester und Geräusch-Desensibilisierungen empfehlen: Don´t be afraid 3 Desensibiliserung von Hunden
Allerdings sei darauf hingewiesen, dass es bei CDs Grenzen in der Effektivität gibt, da es sich um Aufnahmen handelt und sich die Frequenz von Live-Geräuschen unterscheidet. Um dennoch eine möglichst realistische Situation zu schaffen, empfiehlt es sich, die Feuerwerksgeräusche über die Stereoanlage laufen zu lassen.
Zu Beginn wird die leiseste Lautstärke gewählt, so dass die Katze die Feuerwerksgeräusche zwar wahrnimmt, jedoch unbeeindruckt davon ist. Die Katze sollte entspannt und ruhig sein, wenn wir beginnen. Bei dieser Lautstärke bleiben wir für ein paar Tage und spielen das Feuerwerk 2-3 Mal täglich für 5-15 Minuten lang ab.
Im nächsten Schritt steigern wir die Lautstärke minimal, so dass die Katze mit Aufmerksamkeit auf die Silvestergeräusche reagiert, aber unbeeindruckt bleibt. In dieser Runde spielen wir 2-3 Mal täglich nun 15-30 Minuten lang die Silvestergeräusche ab. Auch bei dieser Lautstärke bleiben wir für ein paar Tage bzw. so lange bis die Katze sich daran gewöhnt hat und den Geräuschen keine Aufmerksamkeit mehr schenkt.
Nach diesem Prinzip steigern wir nun etwa alle 3-4 Tage die Lautstärke in Minischritten und verlängern dabei auch die Abspielzeit um einige Minuten, so dass die Katze sich an Lautstärke und Dauer gewöhnen kann.
Zu den Feuerwerksgeräuschen wird in der gesamten Wohnung geclickert, gespielt, gelobt, geschmust und mit den Lieblingsleckerlies belohnt. Jedes Mal wenn die Katze auf ein Geräusch angespannt oder unsicher reagiert, fordern wir sie fröhlich zu einem kleinen bekannten Trick auf und belohnen das überschwänglich und lecker, auch wenn der Trick selbst vielleicht nicht perfekt gezeigt wurde. Auf diese Art bekommt die Katze das Gefühl von Selbstwirksamkeit und es entstehen auch positive Verknüpfungen mit diesen sonst beängstigenden Geräuschen, und schließlich auch in der entsprechenden Lautstärke.
Und auch wenn die Zeit bis Silvester für eine „echte Desensibilisierung“ nicht ausreicht, erreicht man doch ein gewisses Level an Gewöhnung, so dass die Angstreaktion auf das laute Feuerwerk deutlich an Intensität verliert.
Zudem sollte ein paar Tage vorher eine Safe-Base für die Katze geschaffen werden, wo es gemütlich ist, nur tolle Dinge passieren, Feliway Classic in der Wand steckt und ein Abdunkeln der Fenster möglich ist. In einem von ihr als Rückzugsort gewählten Raum werden Höhlen, Kartons, ein bisschen „Radio Paradiso“ als Hintergrundrauschen, Wärmequellen, angenehmes (gedimmtes) Licht, Catnip und Flauschbetten angeboten. Im Katzenbunker dürfen natürlich auch Futter, Wasser und die Katzentoilette nicht fehlen.
Ist die Katze eher eine ängstlichere Natur, kann man zusätzlich bereits 2-3 Wochen vorher in Absprache mit einer Katzenverhaltensberaterin oder Tierarzt mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Zylkene oder/und Anxitane/Telizen beginnen und an Silvester auch mit Bachblüten (Mimulus, Aspen und Chestnut Bud oder mit der Notfallmischung für panische Katzen) unterstützen.
Sedierende Medikamente (wie Acepromazin oder Benzodiazepine) sind entschieden abzulehnen, da es die Katze nur körperlich ruhigstellt, so dass sie sich wie im Körper gefangen fühlt und dadurch die Angst und Panik sogar verstärkt werden und paradoxe Reaktionen auslösen kann.
Wenn es schließlich an Silvester – oft bereits schon am Nachmittag – losgeht, leisten wir fröhlich und gelassen unserer Katze Gesellschaft oder spielen, schmusen, clickern mit ihr. Dabei sollten alle Spiel-, Wellness- und Beschäftigungstools, die die Katze besonders liebt, zum Einsatz kommen, wie z. B. Katzenboard, Fummelkiste, LickiMat mit Leckerlies, Catnip-Box, Bürste, Kratzpappe, Foodball etc..
Wenn die Katze unempfindlich gegenüber lautem Fernsehgucken und Musikhören ist, kann man sich dies zu Nutzen machen, da es die Geräusche draußen in der Wahrnehmung abmildert. Auch können hierbei spezielle Katzenmusik, sanfte klassische Klaviermusik und ein Relaxocat gute Dienste leisten.
Bitte seid achtsam mit euren Katzenkindern und kommt entspannt in ein neues Jahr voller Möglichkeiten
Tabby – Der beste Kater der Welt❣
oder
Warum TRANSPORTBOX- & TIERARZTTRAINING so WICHTIG für UNSERE KATZEN ist
Ich weiss gar nicht, womit ich solche wunderbaren Wesen in meinem Leben verdient habe. ?
Wir waren heute für eine Kontrastpassage fast 10 Stunden beim TA, wobei vorweg ein erneuter Bauchultraschall gemacht wurde und auch die Analbeutel kontrolliert.
Er war so lieb und kooperativ, obwohl er (zwar immer mit mir) gemeinsam mit 5 verschiedenen Helfern/TÄ geröngt wurde, 7 Mal jeweils in 2 Ebenen.
Wir haben einen kleinen Behandlungsraum für uns bekommen, haben zwischen den Aufnahmen ein wenig die Praxis und den Hof erkundet oder ein wenig geclickert oder ich habe ihm die Naturgeräusche-App mit seinem Sommerwald angemacht oder wir haben „Das Café am Rande der Welt“ zum 346 Mal gehört, während er auf meinem Schoss lag …
Ich möchte am Beispiel meines kranken Katers zeigen, dass und wie sehr es sich „lohnt“ mit den Katzen regelmäßig zu trainieren, sowohl „trocken“ Zuhause als auch in Form von regelmäßigen Gesundheitschecks beim TA
… denn im Ernstfall profitieren alle davon.
• Es ist beängstigend und belastend genug, wenn es unserer Katze nicht gut geht …
• Wenn unsere Katze keine Angst hat und vielleicht sogar entspannt ist …
• Ist der Mensch dadurch viel gelassener, wovon wiederum die Katze profitiert, aber auch der Mensch selbst, weil sein Gehirn nicht auf Reptilienhirn umschaltet, sondern voll „online“ bleiben kann, um
A. dem TA alle wichtigen Informationen zu geben und
B. alles vollständig „mitzuschneiden“, was der TA sagt …
• TA und Helferin sind ebenfalls entspannter und arbeiten ggf. gründlicher?
• Der Teufelskreis von Anspannung, Angst, Verteidigung, Zwang oder sogar Gewalt wird erst gar nicht in Gang gesetzt … so dass die Diagnostik und Behandlung im Vordergrund stehen kann …
UND
Ihr könnt stressfrei und angstfrei auf die Bedürfnisse eurer Katzen auch in der TA-Praxis achten und eingehen und ggf. die Praxis darum bitten.
Ich finde es so unfassbar wichtig, dass wir Katzeneltern zu jedem Zeitpunkt die Zügel in der Hand haben und unsere Katzen und die Verantwortung für ihre körperliche und psychische Unversehrtheit nicht „einfach an der Anmeldung übergeben“.
Sie haben nur uns und es ist unsere Pflicht auch einmal laut „NEIN, SO NICHT.“ zu sagen, wenn unnötige Gewalt angewendet wird, weil man nicht „außerhalb der Box denken“ kann oder will.
Ausgenommen davon sind natürlich lebensbedrohliche Situationen!
Natürlich war es für Tabby dennoch anstrengend, denn er war viele Stunden in einer nicht vertrauten Umgebung, hatte Hunger (da er nüchtern sein musste) und am Ende war er auch ko, dennoch war es kein traumatisches Erlebnis für ihn und Zuhause konnte er schnell wieder „ankommen“.
Wie lautet eure ehrliche Antwort auf die Frage „Wie hätte deine Katze einen solchen TA-Besuch „überstanden?“
Bitte unterschätzt nicht den unermesslichen Wert vom Transportbox- und Tierarzttraining.
?
sind WICHTIG ?
… weil sie Teil der Ernährung sind
… zudem geben wir unseren Katzen mehr davon, als wir wahrhaben wollen.
Ob Hühnchen, Hirsch, Lachs, semi-moist, getrocknet, gedörrt, gebacken etc. es gibt heutzutage unglaublich viele verschiedene Leckerlies, die lecker und gesund sind, so dass es für mich keinen vernüftigen Grund gibt, meine Katzen auf ungesunden Abfall anzufixen und damit zu ernähren … denn das tun wir.
Wir ernähren sie damit, denn auch Leckerlies sind Teil der Ernährung, wodurch sie einen Einfluss auf die Gesundheit unserer Katzen haben.
Da eine gesunde und möglichst artgerechte Ernährung die beste Gesundheitsprophylaxe für unsere Katzen ist, lehne ich ungesunde Leckerlies für gesunde Katzen kategorisch ab.
Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn sich schwer erkrankte Katzen dadurch zum Fressen animieren lassen.
Hier seht ihr eine kleine Auswahl der Leckerlies meiner Katzenbande … und keine dieser findet man im Supermarkt oder Drogerie. Einige von ihnen sind „nur weniger Schrott“, da es keine gesunden Schleckcremes auf dem Markt gibt.
Und genau dieser Umstand ist leider bis heute eine gute Orientierungshilfe:
ALLES, WAS WIR IM SUPERMARKT, KAUFHAUS ODER DROGERIE AN KATZENFUTTER, KATZENLECKERLIES ODER KATZENSTREU KAUFEN KÖNNEN, IST SCHROTT.
(Leider gilt das für alles, für alle Tiere.)
Wenn auch ihr achtsam und bedürfnisgerecht eure Katzen ernähren möchtet, dann ignoriert einfach die Werbung und schaut nur auf die Zusammensetzung.
Hierbei gilt all das, was auch für gesundes Futter gilt:
Hoher Proteingehalt
„Fleisch“ enthalten und nicht „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“
Niedriger Anteil von maximal 10% an pflanzlichen Bestandteilen
Keine Farbstoffe
Keine Lockstoffe
Kein Zucker oder Karamell
Kein Soja oder Sojanebenerzeugnisse
Keine künstlichen Konservierungsstoffe
Keine Geschmacksverstärker
Und Menschenessen disqualifiziert sich in 99% der Fälle ebenfalls … ganz abgesehen davon, dass wir unsere Katzen durch diese „Willkür“ auch sehr durcheinanderbringen können.
Und der Einwand, dass es ja nur ab und zu in kleinen Mengen ist … ist der Katze gegenüber gemein und die Definition von „ab und zu“ ist sehr dehnbar und wir dafür oft zu inkonsequent.
Eine sehr gute Alternative sind selbstgemachte Leckerlies, wie z. B. gedörrtes Fleisch.
„KATZEN MIT SPECIAL EFFECTS“ ist eine Instagram-Serie, mit der ich „verhaltensauffälligen Katzen“ aus dem Tierheim Berlin helfen möchte, IHRE MENSCHEN zu finden.
Numi war schon immer irgendwie „anders“ … und wenn ich mir alte Fotos anschaue, dann war sie das schon als Katzenbaby. Im Rifugio nannte man sie Ghost, weil sich einige Arbeiterinnen vor ihr gruselten.
Sie wurde als Katzenwelpe gemeinsam mit ihrem Bruder und ihrer Schwester in einem Karton ausgesetzt gefunden, im Alter von etwa 3 Wochen, als sie noch keine feste Nahrung kannten. Untergebracht in einer Metallbox in einem lauten Hundetierheim, das nicht auf die fürsorgliche Aufzucht von Katzenbabies ausgelegt ist, wurden sie innerhalb kürzester Zeit krank.
So begegnete ich ihnen 2011 im Rifugio und päppelte sie so gut es ging neben der Versorgung der vielen anderen Katzen … und ließ sie nach 2,5 Wochen auch nicht zurück auf Sardinien.
Ich liebe alle drei Katzen sehr und ich erzähle jeder im Vier-Augen-Gespräch, dass sie die beste, liebste, klügste, schönste und mutigste Katze und natürlich meine allerbeste Katze ist.
Numi jedoch hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Vielleicht unter anderem auch deshalb, weil sie mich so sehr rührt und gleichzeitig herausfordert, denn sie ist anders … Als Katzenverhaltensberaterin sage ich mir, dass jede Katze ein Individuum ist und keine der anderen gleicht, und dies auch die einzig allgemeingültige Regel in der Arbeit mit Katzen ist … und die Katze per se (grenz-) autistische Tendenzen zeigt.
Doch nachdem ich nun mehr als 1000 Katzen über die letzten 20 Jahre im Privaten, im Tierschutz, der Tierarztpraxis und in meiner Katzenberatung näher kennenlernen, versorgen, pflegen, begleiten, mit ihnen arbeiten und leben durfte, weiss ich, dass Numi anders „anders“ ist.
Sie scheint noch viel empfindsamer als ihre Geschwister zu sein und hat dabei oft Schwierigkeiten in der intra- und interspezifischen Kommunikation und Interaktion. Ihre Wahrnehmungsintensität bzw. -bewertung und daraus resultierenden Antwortverhalten zeigt deutliche Abweichungen von dem zu erwartenden „Normalverhalten“. Dies wird umso deutlicher, wenn man sie im Kontext mit ihren Geschwistern sieht. Dieses Anderssein entwickelte bzw. zeigte sich im Laufe ihres ersten Lebensjahres und schritt fort bis sie etwa 2 Jahre alt war.
Ich bin eine absolute Gegnerin von der Vermenschlichung von Tieren, außer wenn ich Katzenhaltern versuche, mit dem Bild eines Kleinkindes das Abhängigkeitsverhältnis unserer Katzen von uns Menschen mit ihrem Unvermögen sich eineindeutig verständlich zu machen oder uns eindeutig zu verstehen, vor Augen zu halten.
Nach all den Jahren bin ich mir jedoch sicher, dass Numi eine autistische Katze ist, die neben den grundlegenden artspezifischen und „individuell persönlichen“ Bedürfnissen von Katzen noch ein paar zusätzliche Bedürfnisse hat, die berücksichtigt werden müssen, damit sie in unserem Mehrkatzenhaushalt nicht „untergeht“ und ein bedürfnisgerechtes Leben führen kann …
Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich hier alle Beobachtungen, Ableitungen, Tests, Bewertungen und weiteren Gründe für diesen Schluss ausführen würde. Nur soviel sei gesagt: Numi zeigt, übertragen auf Katzen und unter Berücksichtigung ihres artspezifischen Verhaltens und ihrer individuellen Persönlichkeit, die Charakteristika von Menschen im Autismus-Spektrum.
Doch was ist Autismus genau?
Diese Frage wird euch sehr ausführlich und verständlich auf der Webseite von Autismus-Kultur beantwortet.
Linus Müller (Gründer von Autismus-Kultur) schreibt dazu „Menschen im Autismus-Spektrum sind sehr unterschiedlich – aber sie haben auch Gemeinsamkeiten. Autismus ist eine neurologisch-genetisch bedingte Wesensart – keine Krankheit. Das heißt, die Gehirne autistischer Menschen unterscheiden sich von denen nicht-autistischer Menschen. Dadurch haben Autisten eine andere Wahrnehmungsverarbeitung, andere Denk- und Lernstile, eine andere Art der sozialen Interaktion und Kommunikation und einige Verhaltensweisen, die nicht-autistischen Menschen nicht unmittelbar verständlich sind.
1-2 Prozent der Menschen sind autistisch – viel mehr, als man früher dachte. Bis vor einigen Jahren wurden unauffällige Formen von Autismus (wie das Asperger-Syndrom) nicht erkannt. Denn Autismus ist ein Spektrum. Das heißt, dass autistische Menschen sich sehr voneinander unterscheiden. Zum Beispiel sprechen manche Menschen im Autismus-Spektrum überhaupt nicht, und andere haben sehr gute mündliche sprachliche Fähigkeiten, finden es aber trotzdem schwierig, ein Gespräch zu führen – wegen der sozialen Aspekte. Keine zwei Menschen im Autismus-Spektrum sind gleich.“
Den vollständigen Text findet ihr auf seiner großartigen Seite Autismus-Kultur.
Und der Grund, warum ich das mit euch hier teile ist, weil Numi vielleicht genau aus diesem Grund meine große Liebe ist.
Damit ist auch Numi eine KATZE MIT SPECIAL FX
PERFEKT IST LANGWEILIG und Unvollkommenheit ist ein Geschenk
DIY & UPCYCLING Prügel-Buddy zum Raufen und Kicken
Kater lieben es regelmäßig zu raufen und dabei ihre Kräfte zu messen. Dieses Verhalten liegt ihnen gewissermaßen im Blut, mehr als bei ihren weiblichen Artgenossen.
Mit einem Prügel-Buddy geben wir Katern (vor allem in Einzelhaltung) die Möglichkeit dies konstruktiv ausleben zu können.
Und da ich ein großer Fan vom Upcycling und DIYs bin, gibt es hier eine kleine Anleitung für einen Prügel-Buddy:
Material:
– große (saubere) Tennissocke aus Baumwolle
– Stoffreste oder alte (saubere) Socken
– gute Katzenminze
Werkzeug:
– Schere
– große Tupperware
Anleitung:
Stoffreste in kleinere Teile zerschneiden
Tennissocke relativ fest mit den Stoffresten befüllen und fest verknoten
Mit Katzenminze in einer Tupperware für eine Weile marinieren
… FERTIG!
Dieser Prügel-Buddy lässt sich problemlos in der Waschmaschine waschen, weil er nur mit Stoff befüllt ist.
Hier seht ihr Seymours erste Reaktion auf seinen neuen Prügel-Buddy … er ist interessiert, wobei hier zunächste die Katzeminze die größere Aufmerksamkeit bekommt.
Korat hat am Freitag bereits zum dritten Mal in seinem jungen Leben sein Zuhause verloren und befindet sich nun in einer ca. 2 m² großen „Unterkunft“ im Tierheim Berlin.
Auf diesem Wege versuche ich mehr katzenerfahrene Interessenten auf Korat (Nummer 19/1678)aufmerksam zu machen, da er mir durch sein besonderes Wesen und seine traurige Geschichte sehr ans Herz gewachsen ist und ich helfen möchte, soweit ich kann.
Er ist ein besonderer Kater, der besondere Menschen braucht, denn er hat noch viel zu lernen, aber vor allem möchte er viel lernen. Seine Ängstlichkeit bzw. Nicht-Vertrauen drückt sich manchmal darin aus, dass er zickig wird. Er ist kein Couch Potato, auch wenn er so die letzten 3 Jahre gelebt hat. Stattdessen braucht er regelmäßige Zeiten auf dem Balkon, körperlich auspowerndes Spiel als auch mental anregende Beschäftigung.
Korat ist ein sehr sensibler und verschmuster Kater, der im Juni 2014 in Griechenland geboren wurde und viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt mit einem Jack Russel aufwuchs.
Er lebte ein ruhiges und sehr reizarmes Leben in einer großen Wohnung mit Balkon und einer Dachterrasse mit katzenunerfahrenen Menschen und einem Hund. Andere Katzen kannte er (wenn überhaupt) nur vom Sehen aus der Ferne vom Balkon/Dachterrasse.
Im Alter von 2 Jahren verlor er zum ersten Mal sein Zuhause, als seine Besitzer das Land verließen. Er wurde von seinem Hundebruder getrennt und kam zu einer fremden Frau, wo er allein und wieder sehr reizarm in der Wohnung gehalten wurde.
Dort lebte er für die nächsten 2 Jahre, bis ihn seine Besitzer als Spielkamerad für ihren neuen Kater nach Berlin holten. So verlor er im August 2018 erneut sein Zuhause und kam nach Berlin, wo er zum ersten Mal in seinem Leben auf eine Katze traf … einen jungen unkastrierten Scottish Fold.
Der erste Vergesellschaftungsversuch der Besitzer schlug fehl, der Scottish Fold wurde kastriert, doch die Zusammenführung in Eigenregie funktionierte auch dann nicht, beim Tierarzt bekamen sie keine echte Hilfe und so suchten sie über das Internet nach professioneller Hilfe.
Kurz vor Weihnachten kontaktieren sie mich auf Empfehlung einer lieben Kollegin und beide Kater wurden zunächst komplett ohne Sichtkontakt getrennt, um nach einigen Haltungsoptimierungen und beruhigten Katzen im Januar mit der systematischen, langsamen Vergesellschaftung zu beginnen. Trotz der ersten Erfolge, zeigten die Besitzer bereits nach 4 Wochen Anzeichen von Überforderung und dachten über die Abgabe von Korat nach. Nach einem langen Gespräch waren sie aber bereit weiterzumachen, doch nach weiteren 4 Wochen entschieden die Besitzer schließlich, dass Korat gehen muss.
Seit Anfang März suchten wir nach einem passenden neuen Zuhause für Korat, ohne ihn jedoch „anzupreisen“ und insgeheim hoffte ich, dass die Besitzer ihre Meinung ändern würden, wenn der Erwartungsdruck nachgelassen hatte. Doch leider entwickelte es sich stattdessen in eine andere Richtung, denn man plante das Leben bereits ohne ihn weiter. Als die Traum-Adoptanten, die man wie durch ein Wunder gefunden hatte, in letzter Minute absprangen, brach eine Welt zusammen und so wurde das Tierheim kontaktiert.
Als ich am Freitag bei Korat ankam, um ihn auf die Fahrt vorzubereiten und ihn und die Besitzer auf ihren Wunsch hin zu begleiten, blieb mein Herz kurz stehen. Er begrüßte mich so freudig, er war so ein lieber Schatz, der sich nach Aufmerksamkeit sehnte und so gerne auf den Balkon wollte, wohin er wegen einem Baugerüst nicht mehr durfte.
Wir spielten und kuschelten und schließlich führte ich ihn 1 Stunde später in die Box, deckte sie ab und wir begaben uns auf den Weg. Ich behielt die Box auf meinem Schoss, um die Bewegungen des Taxis besser abmildern und Korat besser beruhigen zu können. Während der fast einstündigen Fahrt ins Tierheim jammerte er leise nur ab und an, drückte sich gegen meine Hand, genoss es gestreichelt zu werden, sah mich immer wieder kurz an und mit Relaxocat und guten Zureden lag er während der ganzen Fahrt ruhig in der Transportbox.
Als wir ankamen wurden zunächst die Formalitäten erledigt und es ging zur Eingangsuntersuchung zum Tierarzt bevor er dann im Samtpfötchenhaus1 untergebracht wurde, weil das Garfieldhaus keinen freien Einzelplatz hatte. Obwohl das Handling der TFA im Sinne einer katzenfreundlichen Tierarztpraxis (die ich im Tierheim Berlin instinktiv erwartet hatte) sehr zu wünschen übrig ließ und Korat verängstigt war, blieb er bis zum Schluss kooperativ.
Wir hatten Korats Futter, Decke, Spielzeug, seine Leckerlies, Tunnel und Fummelboard mitgenommen, doch es war so eng in seiner Unterkunft, dass ihm nur seine Decke und das Fummelboard gegeben werden konnte.
Als die Pflegerin die Glastür zuschob und abschloss und ich Korat zusammegekauert in die Ecke gedrückt sitzen sah, schnürte sich mein Hals zusammen und als er den Kopf hob und mich ansah, liefen schließlich die Tränen. Ich fühlte mich wie eine Verräterin, drehte mich weg von ihm und weg vom Besitzer, denn das half gerade niemandem. Ich versprach Korat, dass ich noch nicht aufgeben würde und sagte ihm, dass es viele Menschen gibt, die ihm helfen wollen, auch wenn sie selbst ihm nicht ein Zuhause geben können, das er braucht und verdient.
Warum ich das alles schreibe?
Ich schreibe das alles, damit sich seine Interessenten eine Vorstellung von seinem Wesen und davon machen können, wie unruhig und unsicher sein bisheriges Leben – aber vor allem seine letzten Monate – gewesen sind.
Ich möchte, dass sie wissen, dass es nicht an ihm lag oder liegt, dass er nun im Tierheim sitzt.
Ich wünsche mir Verständnis für seine Unnahbarkeit und abweisendes und vielleicht zickiges Verhalten, denn sein Vertrauen in die Menschen und das Leben wurde bereits mehrfach zerstört.
Er braucht liebevolle, fürsorgliche, geduldige und verständnisvolle Menschen … echte Katzenmenschen, die tiefer in ihn sehen können, damit er sich öffnen und dann auch sein inneres Gefängnis verlassen kann.
Fakten:
Er wurde mit etwa 6 Monaten kastriert, zeigte keine Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitliche Probleme, benutzte immer zuverlässig seine Katzentoilette und machte auch nie etwas kaputt.
Auf fremde Menschen ging er freundlich zu und ließ sich auch anfassen bis es ihm zu viel wurde
Er wurde mit Trockenfutter gefüttert, doch eine langsame Futterumstellung auf Feuchtfutter war möglich, auch wenn die Besitzer in den letzten Monaten wieder zu Trockenfutter übergegangen waren. Er liebt gefriergetrocknete Hühnchensnacks und oft Catz finefood Meatz Hirsch No 9.
Gesundheit:
Obwohl er springt und rennt, läuft er hinten seltsam steif. Die Besitzer haben es jedoch aus Kostengründen nicht abklären lassen. Einen Unfall hatte er laut ihnen nicht.
Zusammenfassung:
Korat hat zum dritten Mal sein Zuhause verloren, am Freitag ist seine Welt zusammengebrochen und ich wünsche mir von Herzen, dass er von katzenerfahrenen Menschen adoptiert wird, die ihm die Zeit geben, die er braucht, um wieder Vertrauen aufzubauen und die Fürsorge und Liebe schenken werden, damit er zu dem wunderbaren sensiblen und lustigen Kater aufblühen kann, den ich kennenlernen durfte.
Korat ist sehr sensibel, lernt unglaublich schnell und ist in Erwartung toller Dinge manchmal ein wenig ungeduldig.
Er ist neugierig und verspielt, aber vor allem liebt er es mehrmals täglich die Sonne und frische Luft am Fenster oder auf dem gesicherten Balkon zu genießen.
In der Kommunikation ist er noch etwas ungeübt, da er mit seinen Bedürfnissen bis vor ein paar Monaten nicht gesehen wurde. Wenn er unsicher wird, weil er bedrängt wird oder sein Gegenüber sehr unsicher ist, kann er sich zickig zur Wehr setzen.
Er ist ein unsteter Südländer und es dauert ein paar Tage bis er sich richtig öffnet und in die pro-aktive Kommunikation mit Menschen geht.
Da es keine Kinder im Bekanntenkreis gab, kennt Korat auch keine Kinder.
Somit empfehle ich weder eine unruhige Familie mit kleinen Kindern oder „bequeme Rentner“, denn er ist lernwillig und lernt sehr schnell.
Doch auch wenn er keine Kinder und andere Katzen kennt, sehe ich aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit, Geselligkeit, Neugier und Lernfreude keinen Grund, warum er es nicht lernen könnte – zumal er erst 5 Jahre alt ist.
Mein Angebot und mein Wunsch, meine Bitte:
Seinen zukünftigen Katzeneltern biete ich meine Katzenverhaltensberatung kostenfrei bis zu 1 Jahr an, weil ich mir von Herzen wünsche, dass er dieses Mal eine echte Chance und den bestmöglichen Start bekommt.
Ich wäre sehr dankbar, wenn ich von Korats zukünftigen Katzeneltern eine Nachricht bekommen würde, damit ich weiss, dass es ihm gut geht und er glücklich ist.
Wenn Sie Fragen zu ihm haben, kontaktieren Sie mich auch gerne.
Er wird vom Tierheim Berlin unter der Nummer 19/1678 vermittelt und ich habe keinen Einfluss auf die Vermittlung.
Danke …
……………………………………………………………….
UPDATE – 03.07.2019
Inzwischen ist fast ein ganzer Monat vergangen … und Korat befindet sich noch immer im Tierheim. Da ihn diese neue Lebenssituation so sehr überfordert hat, musste er in das Samtpfötchenhaus2 umziehen.
Korat wünscht sich noch immer ein RICHTIGES ZUHAUSE mit SEINEN MENSCHEN, die ihm die Zeit geben, die er braucht, um wieder zu vertrauen und pro-aktiv mit uns Menschen zu kommunizieren.
Eine bedürfnisgerechte Wohnungshaltung mit einem katzengerechten gesicherten Balkon, den er mehrmals täglich – egal bei welchem Wetter – nutzen kann, wäre wichtig.
Ich wünsche mir von Herzen, dass Korat um seinetwillen adoptiert wird, d. h. weil man ihm endlich ein liebevolles und fürsorgliches Für-immer-Zuhause geben möchte UND dabei auch seinen Bedürfnissen gerecht werden kann.
Er ist keine „Anfängerkatze“ sofern es eine solche Bezeichnung überhaupt geben sollte …
Er braucht ruhige und entspannte Menschen, die ihm zuverlässig und regelmäßig Zeit, Aufmerksamkeit und Routinen geben können.
Mit lauten und nervösen Menschen wäre er genauso überfordert wie mit kleinen Kindern, Hunden oder Katzen.
Sollte 1 Katze ODER 1 Hund vorhanden sein, dann sollten diese Katzen kennen und sehr ruhige und soziale Tiere sein, da Korat sonst in seiner momentanen Situation überfordert wäre … und ich mir für ihn wünsche, dass er sich schnell in sein Zuhause einleben kann und nicht erst noch einen langen Prozess der Vergesellschaftung durchlaufen muss.
Wünsche ich mir zu viel für Korat?
In unendlicher Dankbarkeit und mit unvorstellbarer Freude möchte ich allen Menschen, die mit und für Korat gehofft, gebetet, gezittert und geweint haben mitteilen, dass Korats Suche nach seinen Menschen beendet ist.
Korat wird am kommenden Wochenende das Tierheim und Berlin verlassen … für den schönen Teil seines Lebens.
……………………………………………………………….
UPDATE – 22.07.2019
EIN HAPPY END FÜR KORAT …
Seine Menschen kamen den langen Weg aus NRW, um ihn über einen Zeitraum von 3 Tagen ganz langsam kennenzulernen.
Korat am vergangenen Wochenende persönlich kennenzulernen bestärkte sie in dem Wunsch, ihm ein Für-Immer-Zuhause zu schenken und die Gewissheit, Korats Bedürfnisse erfüllen zu können, so dass nun alle Vorbereitungen laufen, um ihn bestmöglich Zuhause willkommen heißen zu können.
Korat hat offen auf beide reagiert, und auch wenn er aufgrund seiner Sensibilität vorsichtig und zögerlich war, hat er immer wieder kurz den Kontakt aufgenommen. Und so habe ich keine Zweifel, dass Korat sich SEINE Menschen ausgesucht hat und zwei wunderbare Kolleginnen aus NRW werden mir helfen, Korat auch über die Distanz weiter begleiten zu können.
Ich bin sehr glücklich, dass Korats Adoptiveltern in Kontakt bleiben möchten und mein Angebot annehmen. Sobald Korat in seinem neuen Zuhause angekommen ist und sich eingelebt hat, werde ich ihn besuchen und berichten.
Ich danke allen wunderbaren Menschen, die Korats Geschichte geteilt und erzählt haben, um ihm bei seiner Suche nach einem liebevollen Zuhause zu helfen.
Ich danke allen wunderbaren Menschen, die für ihn gehofft, gebetet und geweint haben.
Ich danke allen wunderbaren Menschen, die mir halfen, Korat zu helfen.
Aus tiefstem Herzen Danke …
…………………………………………………………
UPDATE – 28.07.2019
Korat auf seiner Reise ins Glück
Er ist so, so tapfer.
Wir haben die erste Pause direkt auf der ersten Raststätte gemacht, wo er sich 45 Minuten lang ausruhen konnte.
Nachdem er Luft holen und etwas entspannen und nach langer Zeit wieder seine Nase in den Wind stecken konnte, ist er mehr auf die Situation eingestellt und ruhiger.
Korat, du wunderbarer Kater ich wünsche dir das schönste Leben, das überhaupt nur möglich ist.
Ich lasse dich mit einem so schweren Herzen zurück, meine Tränen wollen einfach nicht aufhören, und doch weiss ich, dass du keinen besseren Menschen hättest begegnen können.
Mögest du von diesem Tag an nur noch in Liebe, Geborgenheit und Fürsorge mit deinen Menschen glücklich und gesund ein langes Leben leben.
사랑해❣
………………………………………………………….
UPDATE – 29.07.2019
Korat Zuhause
Korat erholt sich langsam und genießt es wieder Wind um die Nase und Sonne auf dem Fell zu spüren.
Vor ihm und seinen Menschen liegt noch ein langer Weg, denn erst wenn er auch sein inneres Gefängnis verlassen und er wieder echtes Vertrauen aufgebaut hat, beginnen wir mit der Vergesellschaftung mit dem vorhandenen Kater.
Doch auch diesen Weg werden sie gemeinsam meistern, denn sie geben ihm die Zeit, die er braucht … so wie gestern.
Wir waren knapp 8 Stunden unterwegs für eine Strecke, die in der Hälfte der Zeit gefahren wird.
Doch Korat brauchte diese Pausen und so bekam er sie, wodurch er ruhig in seiner großen Faltbox in seinem neuen Zuhause ankommen konnte.
Anfangs erinnerte es mich sehr an die Fahrt ins Tierheim … mit dem Unterschied, dass ich ihm von allem erzählen konnte, worauf er sich freuen konnte und was an Überraschungen und Geschenken auf ihn wartete.
Ich bin sehr dankbar dafür, ihn auf diesem Weg begleitet zu haben … denn so konnte auch etwas in mir heilen.
Ich danke euch von Herzen, dass ihr Korat und auch mich auf dieser „Lebensreise“ begleitet und zur Seite gestanden habt.
Namasté my friends
Korat verabschiedet sich mit seiner Katzenmama und ihrem ersten gemeinsamen Selfie ?
Die Sommerpause ist vorbei und wir laden euch wieder herzlich ein:
„Offene Katzensprechstunde“ mit mir zu Gast im
Katzenmusikcafé Zur Mieze
am 1. Donnerstag im Monat
17:30 – 19:00 Uhr
Wilmersdorfer Straße 158
10585 Berlin
Warum macht meine Katze das?
Wie spiele ich richtig mit meiner Katze?
Warum sind Spielroutinen so wichtig für unsere Katzen?
Wie nehmen wir unseren Katzen die Angst vor dem Tierarztbesuch, dem Autofahren oder der Transportbox?
Was braucht eine Katze zum Glücklichsein?
Keine Frage ist unwillkommen.
In entspannter Atmosphäre mit und über Katzen lernen – fachlich kompetent und mit Herz erklärt.
Es wird kein Vortrag werden und ersetzt auch keine ausführliche Beratung, sondern ist vielmehr eine gemütliche Gesprächsrunde über das wunderbare Wesen der Katze und ihre artspezifischen Bedürfnisse.
Und bei leckerem Kaffee, Kuchen und Tee bekommt ihr auch kleine Tricks und kurze Tipps für ein harmonisches Leben mit euren Miezen.
=^.^=
Lange habe ich überlegt, wie ich Sie zu diesem – für manche sehr herausfordernden – Thema erreichen, abholen und mitnehmen (vielleicht sogar berühren) kann, da oft hier die Ursachen für Verhaltensprobleme bzw. vom Menschen unerwünschtes Verhalten liegen.
Zunächst müssen wir uns jedoch die folgende Tatsache bewusst machen: Reine Wohnungshaltung = Leben in Gefangenschaft + Kontrollverlust
Katzen in reiner Wohnungshaltung haben im Gegensatz zu uns Menschen oder Hunden nichts als die Wohnung. Die Wohnung, die Sie liebevoll nach Ihrem Geschmack, Ihren Bedürfnissen und Vorlieben eingerichtet haben … diese Wohnung ist 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr die ganze Welt Ihrer Katze.
In dieser Welt sind unsere Katzen wie Kleinkinder, die sich uns gegenüber nicht eineindeutig mitteilen können, kein selbstbestimmtes Leben führen und ihr Überleben von uns abhängig ist. Sie können weder trinken noch fressen was, wann oder wo sie wollen noch können sie bestimmen, mit wem sie leben.
Wir geben ihnen sogar vor, wo sie ihre Geschäfte verrichten, wo sie schlafen oder womit sie nur spielen dürfen.
Im Gegensatz zu Kleinkindern werden unsere Katzen niemals volljährig ausziehen können, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen … stattdessen sind sie bis zu ihrem Tod von unserer „Gnade“ und Fürsorge abhängig.
Wenn wir in diesem Bewusstsein und dem Wunsch im Herzen, die artspezifischen Bedürfnisse unserer Katzen zu erfüllen, pro-aktiv losgehen, dann können wir ihnen auch in unserer Gefangenschaft ein schönes Leben bieten.
Das Wesen der Katze:
Katzen sind sehr sensible und empfindsame Tiere, die in der Natur sowohl die Rolle des Jägers aber auch die der Beute einnehmen (müssen).
Daher ist es auch Teil ihres Wesens, immer wieder sehr aufmerksam Situationen neu einzuschätzen, um jeweils die richtige Überlebensstrategie auszuwählen.
Es ist demnach auch nicht verwunderlich, dass Katzen Sicherheit aus einer gleichbleibenden Lebensumgebung mit Routinen ziehen und eine vertraute physische und soziale Umwelt zum Wohlfühlen brauchen.
Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie sich die Sensitivität einer Katze ähnlich der von hochsensiblen Menschen vorstellen. Sie nehmen mit ihren Sinnen alles viel stärker wahr und verarbeiten die Reize tiefer und vielschichtiger. Und obwohl hochsensible Menschen sehr sozial sein können, brauchen sie regelmäßig exklusive Zeit für sich allein, um ihre innere Ruhe und Balance zu bewahren und den Akku aufzuladen, denn die intensivere Reizwahrnehmung und -Verarbeitung kostet viel Energie.
Natürliche Verhaltensweisen von Katzen:
Die meisten Verhaltensweisen von Katzen sind auf das Überleben in der Natur ausgelegt. Sie jagen, um sich zu ernähren, wofür die körperliche Fitness wichtig ist. Da die Beute der Katze eher kleine Tiere sind und nur etwa die Hälfte der Jagdversuche zum Erfolg führen, sind sie relativ viel in Bewegung und fressen mehrmals am Tag.
Für Katzen sind Vermeidungs- und Fluchtverhalten angesichts von Bedrohungen wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Überleben. Möglichkeiten zum Verstecken, zur Flucht und den Überblick über die Umwelt zu haben, gibt ihnen ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Katzen wählen nur im äußersten Notfall die kämpferische Auseinandersetzung als Mittel zur Verteidigung.
Auch zeigen Katzen als Schutzmechanismus vor Angreifern äußerlich keine Schwäche, Schmerz oder Krankheiten. Das bedeutet, dass wir als Katzenhalter sehr aufmerksam sein müssen und lieber einen Tierarztbesuch mehr riskieren sollten.
Auch aus diesem Grund ist der jährliche Gesundheitscheck bei Katzen so wichtig.
Katzen wählen für die verschiedenen Grundbedürfnisse unterschiedliche Orte. Das beginnt beim Schlafen, Ruhen, Fressen und Trinken und geht weiter über Pipimachen bis hin zu den großen Geschäften.
Was bedeutet das also übertragen auf die Wohnungshaltung von Katzen?
Grundvoraussetzung für die Wohnungshaltung ist zunächst genügend Platz, um die Orte der Bedürfnisbefriedigung einer Katze – der Natur der Katze entsprechend – örtlich zu trennen, d. h. Schlafplatz, Futterplatz, Katzenklo und Trinkstelle sind alle voneinander getrennt.
Katzen jagen zwar als Einzelgänger, doch sind sie sehr soziale Tiere, die bei ausreichend vorhandenen Ressourcen sehr gut in Gruppen leben können. Vor allem in einem Mehrkatzenhaushalt ist es daher wichtig, dass ausreichend (mehrere gleichwertige) Ressourcen verteilt auf unterschiedliche Orte vorhanden sind und sie auch die Möglichkeit bekommen die Ressourcen ohne Sichtkontakt zu nutzen, und sich so bei Bedarf aus dem Weg gehen zu können.
Damit sich die Katzen auch voneinander zurückziehen können, ist somit nicht die Grundfläche der Wohnung entscheiden, sondern die Anzahl der von den Katzen nutzbaren und mit Ressourcen ausgestatteten Räume und die dreidimensionale Raumausnutzung.
Dies bedeutet, dass es keine Einbahnstraßen oder Sackgassen zu den wichtigen Ressourcen wie Futter, Katzenklo, Trinkstelle, Kratzbaum, Aussichtsplatz, Höhle etc. geben darf, damit der Zugang nicht blockiert werden kann.
Der Mensch ist aufgrund seiner Versorgerrolle aus Sicht der Katze eine wichtige Ressource, die das Überleben sichert. Darüber hinaus ist er mit seiner Zuwendung ebenso ein wichtiger Sozialpartner. Katzen sind zu tiefen Bindungen fähig, und brauchen daher regelmäßige und vorhersehbare soziale Interaktionen und sollten (bis auf einige Ausnahmen) mit einem passenden Artgenossen leben dürfen, da der Mensch wiederum im Normalfall die innerartlichen Bedürfnisse von Katzen nicht erfüllen kann.
Allerdings kann auch ein passender Artgenosse das Fehlen von sozialer Interaktion mit dem Menschen nicht ersetzen. Gerade in einem Mehrkatzenhaushalt sind tägliche Qualitätszeiten mit jeder einzelnen Katze für ein harmonisches Zusammenleben aller sehr wichtig.
Katzen kommunizieren in der freien Natur viel über Kratz- und Geruchsmarkierungen und ihre Körperhaltung inkl. Gesichtsmimik und den Augen. Sie markieren strategisch wichtige Punkte in ihrem Lebensraum, mittels Gesichtspheromonen, Kot, Urin oder Kratzen und machen es dadurch gleichzeitig zu etwas Vertrautem.
Der Kratzbaum
Wir Menschen wählen in der Regel den Standort für unser Sofa nach dem Kriterium, dass es ein zentraler Ort ist, von dem wir einen guten Überblick über das Wohnzimmer und auf den Fernseher haben. 🙂
Aufgrund der oben genannten Aspekte ist ein Kratzbaum mit großen Liegeflächen und stabilen, langen Stämmen und unterschiedlichen Ebenen (bis mind. zur Augenhöhe von uns Menschen) neben dem sozialen Hotspot „Sofa“ ein extrem wichtiger Faktor im Leben unserer Katze.
Auf dem Kratzbaum hat sie nämlich die Möglichkeit am sozialen Geschehen teilzuhaben und gleichzeitig in sicherer Distanz zu sein. Von dort aus kann sie die Umwelt im Auge behalten, was ihr z. B. auch die Möglichkeit gibt, sich langsam mit fremdem Besuch vertraut zu machen und nicht erstmal aus dem Raum fliehen zu müssen. Der Kratzbaum ist ihr sicherer und gemütlicher Rückzugsort, an dem sie nicht „ungefragt“ angefasst wird, denn das ist die Definition von einem Rückzugsort.
Wenn die Katze ihren Duft im gesamten Lebensraum verteilt wahrnehmen kann, fühlt sie sich wohl.
Indem wir ihr eigene Betten, Kratzbäume, Decken, Spielzeug und Plätze geben und auf duftneutrale Waschmittel, Weichspüler, Reiniger etc. zur Behandlung von Katzenbetten, Katzendecken & Co. greifen, ermöglichen wir ihr, sich selbst zu riechen. Grundsätzlich intensive Düfte im Lebensraum der Katze zu vermeiden (Duftkerzen, Raumspray & Co,), hilft ihr sich über ihren eigenen Duft sich ihres Zuhauses (Territoriums) zu versichern.
Hiermit können wir unseren Katzen ein artgerechteres Leben ermöglichen:
Einen passenden Artgenossen da wir Menschen einen Artgenossen nie ersetzen können (bis auf wenige Ausnahmen)
Ausreichend Ressourcen, d. h. alle nachfolgenden Punkte sollten mind. in der Anzahl der Katzen vorhanden sein – aber je mehr desto besser 🙂
Liebevolle, fürsorgliche, verantwortungsvolle und achtsame Katzeneltern mit genug Armen, um im Falle des Falles, alle Katzen gleichzeitig streicheln zu können
Ausreichend Platz, wobei die Anzahl der von Katzen als Rückzugsmöglichkeit nutzbaren Räume wichtiger ist als die reine Grundfläche
Kratzbäume mit langen, stabilen Stämmen, um sich daran zu strecken und Krallen zu wetzen und mit großen Liegeflächen zum entspannt ausgestreckten Ruhen an strategisch wichtigen Orten (neben der Couch, im Schlafzimmer, am Fenster, im Flur, auf dem Balkon etc.)
Ungestörter und sauberer Futterplatz mit den richtigen Futternäpfen (standsicher, breit mit flachen Rändern aus hygienischem Material ohne Eigengeschmack)
Training & Clickertraining fördert und fordert das Katzenköpfchen und stärkt das Selbstbewusstsein
Katzengras im Topf und/oder als kleine Katzengras-Oase (60 x 40 cm)
Wind um die Nase und Sonne auf dem Pelz = Balkon – KATZENSICHER
Katzensicherheit im gesamten Zuhause (keine giftigen Pflanzen, gesicherte Fenster, keine unbeaufsichtigten offenen Kippfenster, Schnüre, Wolle und Fäden, verschluckbare Kleinteile etc.)
Unseren Katzen antworten bzw. auf ihre Mitteilungsversuche reagieren:
Indem wir auf unsere Katze reagieren, wenn sie uns signalisiert, dass sie auf den Balkon gehen oder gestreichelt werden möchte, geben wir ihr das Gefühl, dass ihr Handeln Wirkung hat und es sinnvoll, ist ihre Bedürfnisse uns gegenüber zu äußern. Genauso verhält es sich, wenn die Katze uns bittet den Wasserhahn aufzudrehen, damit sie morgens vom Wasserhahn trinken kann, während wir uns die Zähne putzen. Andersherum gibt es ihr auch ein Gefühl der Kontrolle und Selbstbestimmtheit, wenn sie uns mitteilt, dass sie nicht mehr gestreichelt werden möchte, und wir dies respektieren.
Respektvolle Interaktion
Grundsätzlich sollte kein Tier „ungefragt“ einfach angefasst oder hochgenommen werden, denn es sind Lebewesen, die ebenfalls so etwas wie die „Privatsphäre des eigenen Körpers“ empfinden. Eine respektvolle Interaktion mit unseren Katzen ist sowohl zum Wohle der Katzenpsyche als auch zugunsten einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Katze und Mensch von großer Bedeutung.
Eine Katze aus heiterem Himmel hochzunehmen oder ohne vorherige Ansprache eine schlafende Katze im Vorbeigehen zu streicheln ist nicht nur rücksichtlos und unhöflich, sondern stellt eine Form des Verfügens über die Katze dar.
Solch ein respektloser Umgang mit Katzen kann zu einem Vertrauensverlust zum Menschen und/oder dem Leben(sraum) führen und sie schließlich in eine Flucht- oder Verteidigungssitutaion drängen. Befindet sich die Katze in der Notsituation, kann es sich auch in Aggression gegenüber dem Menschen zeigen.
Unsichtbare Katzen
Leider wird zu oft das Verhalten von unsichtbaren Katzen (die resigniert und sich ihrem traurigen Schicksal gefügt haben) fehlinterpretiert. Die Katzenbesitzer sind dann im Glauben, dass sie einfach anspruchslose, zufriedene und etwas verfressene Katzen haben, die einfach nicht mehr spielen und viel schlafen. Diese Katzen äußern kaum noch Bedürfnisse gegenüber dem Menschen und wirken auch nicht sehr wach und interessiert, reagieren oft auch langsamer auf Ansprache.
Dies wird deutlich, wenn Katzen, mit denen seit Jahren nicht mehr gespielt wurde, völlig begeistert springen und toben, wenn sie in der entsprechenden Form dazu eingeladen werden.
Katzen sind Überlebenskünstler in jeder Hinsicht … und genau aus diesem Grund zeigen viele Katzen auch ihr seelisches Leiden nicht, sondern arrangieren sich mit dem, was ihnen nur zur Verfügung gestellt wird.
Ich bin überzeugt, dass wenn Sie Ihre Katze lieben und als Familienmitglied ansehen, Sie sich für Ihre Katze die Bedürfniserfüllung und echte Lebensqualität wünschen.
PERSPEKTIVWECHSEL:
Wir haben allen Grund unserer Katze dankbar zu sein – auch wenn sie vielleicht gerade begonnen hat ein unerwünschtes Verhalten zu zeigen. Denn wir können uns sicher sein, dass es zuvor bereits viele Gründe gegeben hat, die jedoch still von ihr hingenommen und ertragen wurden. Katzen kompensieren sehr viel und sehr lange bevor sie äußere Anzeichen von Mangel oder Schmerzen zeigen. Daher appelliere ich an alle Katzenbesitzer mit Verständnis und Mitgefühl auf auftretende Verhaltensprobleme ihrer Katzen zu reagieren und pro-aktiv Ursachenforschung zu betreiben.
Mit diesem Beitrag, der nur einen kleinen Umriss dieses wichtigen Themas darstellt, möchte ich Ihr Bewusstsein für die artspezifischen Bedürfnisse unserer Katzen wecken und schärfen, die breitgefächerter und vielschichtiger sind als viele glauben.
Ich möchte Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie den Lebensraum (physisch und sozial) und damit die Lebensqualität ihrer Katze optimieren können.
Ich wünsche mir von Herzen, dass Sie mit diesem Wissen und dessen Umsetzung von Katzenbesitzern zu Katzeneltern werden …
Und wie immer:
Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel!
UPDATE – 10.05.2019
Das Futter ist in zwei Lieferungen verteilt auf 8 Pakete im Rifugio angekommen!
Das Rifugio bedankt sich von Herzen!
Und ich danke allen Katzeneltern, die mit dem Kauf eines Healing-Cat-Set ihren eigenen Katzen und gleichzeitig den Katzen im Rifugio ein Geschenk gemacht haben. Und ganz besonders möchte ich Jasmin Lindner und den Katzenschmusern vom Tierheim Gelsenkirchen danken.
You rock!
Danke, dass ich mit eurer Hilfe helfen durfte.
UPDATE – 04.05.2019
Mit großer Freude darf ich verkünden, dass sich heute 187 Kg Futter auf den Weg ins Rifugio gemacht hat:
4 x 10 Kg Royal Canin Mother & Babycat
486 x 200 g Smilla Kitten
5 x 10 Kg Smilla Adult Geflügel
Sobald das Futter im Rifugio angekommen ist, wird Cosetta Fotos davon machen, damit ihr auch an dieser großen Freude teilhaben könnt.
Ich danke allen wunderbaren Katzeneltern und Katzen(be)schützern von Herzen,
die mit dem Kauf der Healing-Propeller und Sets nicht nur ihren Schützlingen eine große Freude bereiten, sondern damit auch den unsichtbaren Katzen im Rifugio mit dem dringend benötigten Futter helfen.
Es begann mit Frust und entwickelte sich über ein DIY und ein paar selbstgebastelten Kundengeschenken zu diesem Projekt, das nun zu einem Herzenswunsch auch einen Teil meiner Vision von Healing Cats erfüllt, denn hier gewinnen alle … DANKE
Mit den Healing-Propellern kann nahezu jede Katze zum Spiel angeregt werden, während gleichzeitig die Cats-Angel für den Menschen so unglaublich leicht zu nutzen und handlich ist. Mit der richtigen Spielstrategie und -Technik haben Katze und Mensch viel Spaß an einer ausgelassenen und auslastenden Interaktion, die das Verständnis für die Katze fördert und zudem die Bindung der Katze zum Menschen stärkt.
Der Gewinn wird für den Tierschutz verwendet und ich kann durch die regelmäßigen Bastelsessions meine eigenen haptischen Bedürfnisse erfüllen. 🙂
(Fotos mit freundlicher Erlaubnis von Jasmin Lindner)
Wie bereits in Wohnungshaltung oder auch in Vergesellschaftung erwähnt spielen Rückzugsmöglichkeiten für Katzen eine große Rolle und stellen vor allem in „energiereichen“ und/oder Mehrkatzen-Haushalten wichtige Ressourcen dar.
Da ich bei meinen Hausbesuchen oft sehe, dass Rückzugsorte einschließlich der Schlafplätze oft nicht pro-aktiv angeboten werden, möchte ich hier kurz erläutern, warum sie so wichtig für unsere Katzen (vor allem in reiner Wohnungshaltung) sind und zeigen, wie einfach diese geschaffen werden können.
Katzen brauchen genauso regelmäßig „ihre Zeit für sich“ wie sie Qualitätszeit mit uns brauchen. In dieser Zeit widmen sie sich ihrer Körperpflege, ruhen, entspannen und „neutralisieren“ sich wieder.
Als hochsensible Wesen sind sie nämlich akustischen, visuellen und olfaktorischen aber auch energetischen (wie z. B. Stimmungen der Menschen) Reizen viel stärker ausgesetzt, die sich wie bei Langeweile zu negativem Stress aufsummieren können, wenn sie keine Aus- oder Entlastung erfahren.
Wie bei einem Sparbuch wird jede einzelne Einzahlung erfasst und „gespart“ bis das Sparbuch voll ist und sich schließlich offensichtliche Symptome psychischer oder physischer Art zeigen. Somit ist es für die Gesunderhaltung unserer Katzen sehr wichtig, ihnen mehrere bedürfnisgerechte Rückzugmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Der Rückzug ist die Strategie unserer Katzen zur Stressbewältigung und Rückzugsorte dienen zusätzlich ihrem Sicherheitsbedürfnis.
Die Intensität des Bedürfnisses nach Rückzug kann in Abhängigkeit von Situation, Stimmung, Gesundheitszustand, Alter, Geschlecht und Persönlichkeit sehr variieren:
Sie kann von „Ich möchte am Geschehen teilhaben, aber eben lieber in Distanz vom hohen Kratzbaum neben dem Sofa aus“ bis hin zu „Ich möchte einfach unsichtbar sein und nichts und niemanden sehen, hören oder gesehen werden“.
Bekommen Katzen nicht die Möglichkeit ihr Bedürfnis nach Rückzug und „Privatsphäre“ adäquat zu befriedigen, dann bleibt ihnen oft nur sich in die unmöglichsten Winkel zu verstecken oder psychisch sich in sich selbst zurückzuziehen (Kontaktabbruch bis zum sog. Verteidigungsschlaf). Im Laufe der Zeit steigt jedoch der Stresslevel und es können sowohl psychische als auch körperliche Probleme entstehen.
Anforderungen an Rückzugsorte für Katzen:
Ungestörtheit, keine „Kollision mit Menschen“ wie z. B. auf dem Bett oder Sofa
„Unantastbarkeit“, die Katze muss darauf vertrauen können, dass dort ihr Wunsch nach Rückzug respektiert wird
„Gemütlich“, damit sich die Katze auch länger aufhalten kann
„Sichtschutz“, für den Wunsch nicht wahrgenommen zu werden
Leicht zugänglich und i. d. R. immer verfügbar
Bedürfnisgerecht und in ausreichender Zahl verteilt auf die Räume und Dimensionen
Gerade im Mehrkatzenhaushalt ist die Berücksichtigung dieses wichtigen Bedürfnisses von großer Bedeutung. Wenn wir uns unser Zuhause, d. h. die Welt unserer Katzen durch ihre Augen anschauen, können wir oft mit wenig Aufwand gute Rückzugorte für die verschiedenen Rückzugs-Intensitäten finden:
Auf einem Regal oder Kleiderschränken
In möglichst vielen Räumen
In einem Regal
In Höhlen & Zelte
Auf Wandliegen
Auf hohen Kratzbäume mit Höhlen
In Katzentransporttaschen
Hinter einer Zimmertür
Auf der Waschmaschine
Catwalks
Unter dem Couchtisch
In der Badewanne oder Duschtasse
Safe-Box als einfache Abgrenzung zur Umwelt
Unter einem Stuhl (mit einem Platz)
In einem Katzentunnel
Bitte unterschätzen Sie nicht die Bedeutung dieser Bedürfniserfüllung für Katzen, denn auch wenn sie für den Menschen augenscheinlich zu schlafen scheinen, so muss dies nicht der Katzen-Wirklichkeit entsprechen, denn Katzen sind und bleiben Meister der Maskierung ihrer „Schwächen“.
Und so unspektakulär kann das dann aussehen:
Und wie immer:
Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel!
Be PAWsitive & Shine!
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